Neue 1000-Griwna-Banknote: Ukrainische Nationalbank korrigiert russischen Schriftzug auf Stus-Schein.

Neue 1000-Griwna-Banknote: Ukrainische Nationalbank korrigiert russischen Schriftzug auf Stus-Schein
Neue 1000-Griwna-Banknote: Ukrainische Nationalbank korrigiert russischen Schriftzug auf Stus-Schein

Der Tod von Wassyl Stus und seine Folgen

Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Dichter Wassyl Stus starb im September 1985 in den Lagern von Perm. Sein Tod war die Folge eines Hungerstreiks, der vermutlich durch Misshandlungen und die Verlegung in eine Arrestzelle ausgelöst wurde. Heute soll sein Konterfei auf einer neuen ukrainischen Banknote erscheinen – doch dabei wurde ein Schriftzug russischer Herkunft entdeckt, der nun für Kontroversen sorgt.

Zum Zeitpunkt von Stus' Tod war Michail Gorbatschow Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. In dieser Ära leitete die UdSSR die Perestroika, Demokratisierung und Glasnost ein. Trotz dieser Reformen bleibt die Frage nach der Verwendung russischer Schriftarten aktuell – wie der aktuelle Fall zeigt.

Schriftarten und kulturelle Identität

Bereits 2016 veröffentlichte Adobe eine offizielle kyrillische Version der Schriftart Bickham Script. Dennoch gelangte auf die neue ukrainische Banknote die russische Variante dieses Fonts, was in der Öffentlichkeit Empörung auslöste. Dieses Problem trat bereits vor sieben Jahren beim Druck der 1000-Griwna-Note auf, die ebenfalls russische Schriftzeichen enthielt.

Der Chef der ukrainischen Nationalbank, Andrij Pyschnyj, kommentierte den Vorfall wie folgt:

„Die Banknote wird überarbeitet und künftig mit der offiziellen Schriftversion gedruckt.“ – Andrij Pyschnyj

Diese Ankündigung zeigt, dass die Nationalbank bestrebt ist, die neue Note an ukrainische Standards anzupassen und auf Schriftarten russischer Herkunft zu verzichten. Die Debatte um Schriftarten bleibt damit ein zentrales Thema im Spannungsfeld nationaler Identität und Kultur.

Der Fall um die neue Banknote mit dem Porträt von Wassyl Stus unterstreicht die Bedeutung kultureller Autonomie und nationaler Identität in der Ukraine – besonders vor dem Hintergrund einer langen Geschichte politischer Repressionen. Die Korrektur des russischen Schriftzugs könnte als symbolischer Schritt zur Stärkung des ukrainischen Kulturerbes gesehen werden. Sie spiegelt zudem den wachsenden Trend wider, die eigene Geschichte bewusst zu reflektieren und neu zu bewerten, was ein wichtiger Aspekt der modernen ukrainischen Gesellschaft ist.


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