Kreml plant angeblich Massenmobilisierung: 500.000 Russen im wehrfähigen Alter sollen bis Herbst das Land verlassen.
Neue Mobilisierungswelle in Russland?
Nach Angaben von UATV: Nach Einschätzung ukrainischer Stellen sollten russische Staatsbürger im wehrfähigen Alter das Land noch vor dem Herbst verlassen. Hintergrund ist die befürchtete Ankündigung einer weiteren Mobilisierungswelle durch den Kreml, die Schätzungen zufolge mehr als eine halbe Million Menschen betreffen könnte. Auslöser dieser Warnung sind die hohen Verluste der russischen Armee, die nach vorliegenden Informationen bei etwa 35.000 bis 36.000 Soldaten liegen sollen.
Andrij Kowalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine, betonte, dass die Mobilisierung in Russland bereits im Gange sei – auch wenn man versuche, dies zu verschleiern. Der Journalist Dmytro Nysowez erklärte dazu:
„Die Mobilisierung läuft bereits, sie ist nirgendwo verschwunden“ – Dmytro Nysowez
Darüber hinaus wies Dmytro Snjegirjow darauf hin, dass die Verlustrate die Möglichkeiten der personellen Auffüllung übersteige. Aus ukrainischer Quelle verlautete zudem, dass die eigenen Truppen im Süden erfolgreich vorrücken – ein weiterer Faktor, der die russische Führung unter Druck setzen könnte, ihre Positionen zu festigen. Experten zufolge liegt die maximale Anzahl der derzeit Mobilisierbaren bei 31.000 Personen. Der russische Oppositionspolitiker Dmitri Gudkow hingegen hält eine andere Zahl für realistischer:
„300.000 – das ist die Zahl, die derzeit am wahrscheinlichsten erscheint“ – Dmitri Gudkow
Politischer Rahmen und Zukunftsaussichten
Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen zur Staatsduma der Russischen Föderation am 20. September 2023 gewinnen die Diskussionen über Mobilisierung und militärische Verluste zusätzlich an Brisanz. Politikwissenschaftler und Analysten wie Oleh Lysnyj, Präsident des Analysezentrums „Politika“, und Ruslan Ajssyn, Leiter des Medienzentrums „Poistyni“, weisen darauf hin, dass sich die Lage in Russland aufgrund der militärischen Ereignisse und innerpolitischen Herausforderungen grundlegend verändern könnte. Die bevorstehenden Wahlen könnten demnach direkten Einfluss auf den politischen Kurs des Kremls und seine militärischen Entscheidungen haben.
Die angespannte Situation rund um die Mobilisierung in Russland und die ukrainischen Frontbemühungen erfordert weiterhin aufmerksame Beobachtung durch die internationale Gemeinschaft. Die verbleibende Zeit bis zum Herbst könnte für beide Seiten kritisch werden, insbesondere mit Blick auf mögliche neue Mobilisierungsmaßnahmen und deren Folgen für den regionalen Konflikt.
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