Russisches Öl verteuert sich – trotz Rekordrabatten für Käufer.

Russisches Öl verteuert sich – trotz Rekordrabatten für Käufer
Russisches Öl verteuert sich – trotz Rekordrabatten für Käufer

Preisanstieg bei russischem Rohöl

Nach Angaben von TSN.ua: Obwohl die Preise für russisches Öl parallel zum Weltmarkt gestiegen sind, bleibt die Nachfrage schwach. Die Käufer verlangen weiterhin hohe Abschläge. So kostete die russische Sorte Urals in westlichen Häfen zuletzt 30,9 US-Dollar pro Barrel weniger als die Referenzsorte Brent. Im Februar lag dieser Abstand, der sogenannte Discount, noch bei 28,6 Dollar. Ein Grund für den allgemeinen Preisanstieg sind die jüngsten militärischen Spannungen im Iran.

Die Lage auf dem Ölmarkt

Die Notierung für Brent stieg um 11,3 Prozent auf 80,65 Dollar, zeitweise wurden sogar 84,39 Dollar erreicht. Der Preis für Urals lag dagegen deutlich niedriger: Im baltischen Hafen Primorsk wurde ein Barrel für 54,82 Dollar verladen, in Noworossijsk für 52,97 Dollar. Ende letzter Woche notierte Urals sogar nur bei rund 40 Dollar. Diese Werte liegen deutlich unter den Annahmen des russischen Staatshaushalts, der mit einem Urals-Preis von 59 Dollar kalkuliert. Das geplante Defizit beträgt 3,8 Billionen Rubel. Für einen ausgeglichenen Haushalt bräuchte Russland einen Ölpreis von 97 Dollar pro Barrel. Die aktuellen Zahlen zeigen die enorme Abhängigkeit des Kreml von den Rohstofferlösen.

Die geopolitischen Spannungen wirken als Preistreiber, denn der Iran ist für etwa 20 Prozent der globalen Öllieferungen verantwortlich. Jüngste Angriffe, darunter auf den wichtigen saudischen Ölterminal und die Raffinerie Ras Tanura, haben den Markt zusätzlich verunsichert. Dennoch kann Russland von dieser allgemeinen Nervosität nur begrenzt profitieren, da die Nachfrage nach seinem Öl auf niedrigem Niveau verharrt. Die internationalen Sanktionen und ein verschobener Handelsfluss machen die russische Ware für viele Abnehmer weniger attraktiv.

Die Situation auf dem Ölmarkt verdeutlicht das komplexe Wechselspiel zwischen geopolitischen Ereignissen und Energiepreisen. Trotz des weltweiten Preisanstiegs spiegelt die anhaltend schwache Nachfrage nach russischem Öl die wirtschaftlichen Herausforderungen wider, vor denen Moskau steht. Die Stabilität des russischen Staatshaushalts hängt unmittelbar von der weiteren Preisentwicklung ab, was die Bedeutung der Beobachtung von Krisenherden wie dem Iran unterstreicht.


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