Russlands Haushalt: 75 Milliarden Dollar Loch zwingt zu Steuererhöhungen und Goldverkäufen.
Die angespannte Lage der russischen Staatsfinanzen
Nach Angaben von UATV: Die russische Finanzpolitik steckt in einer tiefen Krise. Grund ist der massive Einbruch der Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft, die für den Kreml lange die Haupteinnahmequelle waren. Allein im Jahr 2025 sanken diese um 24 Prozent, was bereits drei Haushaltsanpassungen und ein Defizit von 75 Milliarden US-Dollar zur Folge hatte. Um diese Lücke zu stopfen, setzt die Regierung nun auf neue Steuern und den Verkauf von Goldreserven.
Haushaltsloch und steuerpolitische Gegenmaßnahmen
Das Haushaltsdefizit der Russischen Föderation wird für 2026 auf etwa 70 bis 75 Milliarden Dollar (3,79 Billionen Rubel) geschätzt. Als direkte Gegenmaßnahme wurde zum 1. Januar die Mehrwertsteuer (MwSt) auf 22 Prozent angehoben. Zusätzlich sind Steuererhöhungen für kleine und mittlere Unternehmen geplant, die weitere 7 bis 8 Milliarden Dollar einbringen sollen.
Ein weiterer zentraler Baustein ist der Abbau der Goldreserven im Nationalen Wohlfahrtsfonds (NWF). Seit 2022 hat sich dessen Goldbestand um 71 Prozent verringert – ein deutliches Zeichen dafür, wie aktiv die Regierung nach neuen Einnahmequellen sucht. Experten weisen darauf hin, dass Russlands Wirtschaft derzeit vor allem von außenwirtschaftlichen Aktivitäten am Leben gehalten wird.
Oleg Sarkiz brachte es auf den Punkt: 'Die Last davon wird auf den Schultern der Russen liegen, auf den Schultern der Endverbraucher.'
Die wirtschaftliche Schieflage wird auch an den Margen im Ölgeschäft deutlich: Während die Förderkosten für die Sorte Urals bei 25 Dollar pro Barrel liegen, wird sie für nur 35 Dollar exportiert. Bei der ESPO-Sorte liegen die Kosten zwischen 40 und 45 Dollar, der Exportpreis aber nur bei 55 Dollar. Diese schmale Gewinnspanne unterstreicht die prekäre Lage, die schnelle Lösungen zur Haushaltsstabilisierung erfordert.
In ihrer finanziellen Not greift Russland auch auf den Verkauf von afrikanischem Gold auf dem Weltmarkt zurück, um an dringend benötigte Devisen zu kommen. Ein Ökonom kommentierte: 'Sie verkaufen afrikanisches Gold auf den externen Märkten und verdienen so Geld.' Diese Maßnahmen zeigen, wie verzweifelt der Kreml nach alternativen Wegen sucht, um das Haushaltsloch zu stopfen – und machen die Dringlichkeit der finanziellen Umstellungen im Land deutlich.
Die Gesamtsituation offenbart tiefgreifende strukturelle Probleme in der russischen Wirtschaft, die einer umfassenden Reform bedürfen. Der Zusammenbruch der Einnahmen aus dem Energiesektor, der nach wie vor das Rückgrat der Wirtschaft bildet, zwingt die Regierung zu drastischen Maßnahmen. Die neuen Steuern und der Raubbau an den Wohlfahrtsfonds belasten jedoch die Bevölkerung zusätzlich, was die soziale Stabilität im Land gefährden könnte.
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