Ermittlungen decken Desinformationskampagne gegen die Ukraine auf: Warum Selenskyj den Orden des Weißen Adlers verlor.
Desinformationskampagne gegen die Ukraine
Nach Angaben von Espreso.tv: Eine Untersuchung des polnischen Portals OKO.press hat eine koordinierte Kampagne gegen die Ukraine aufgedeckt, die im Mai 2026 begann. Auslöser war die Umbettung von Andrij Melnyk. Durch das Wirken prorussischer Aktivisten entschied Polens Präsident Karol Nawrocki, Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers zu entziehen – ein Schritt, der in der Öffentlichkeit für große Diskussionen sorgte.
Die von prorussischen Kräften vorangetriebene Aktion startete Mitte Mai 2026. Am 18. Mai veröffentlichte die Aktivistin Małgorzata Zych einen Beitrag, in dem sie die Umbettung Melnyks thematisierte. Einen Tag später, am 19. Mai, schloss sich Paweł Usiadek mit einer ähnlichen Botschaft an, was die Aufmerksamkeit für das Thema weiter steigerte. Am 20. Mai griffen prorussische Telegram-Kanäle wie NewsFactoryPL, International Radio Belarus, Chat. Zbrodnie, Polityka und Afery die Informationen auf und verbreiteten sie gezielt weiter.
Reaktionen auf die Entscheidung des polnischen Präsidenten
Am 27. Mai veröffentlichte Leszek Miller einen emotionalen Tweet, in dem er den Entzug des Ordens für Selenskyj als „Schlag ins Gesicht jedes Polen“ bezeichnete. Diese Aussage befeuerte die politische Debatte. Bereits am 28. Mai forderte der Abgeordnete Grzegorz Placek in einem Brief an Präsident Nawrocki die Aberkennung der Auszeichnung. Am 19. Juni 2026 setzte Nawrocki diese Forderung schließlich um und entzog dem ukrainischen Staatschef den Orden.
Selenskyj selbst äußerte sich zu dem Schritt und räumte ein, dass er in der Ukraine auf starke Emotionen gestoßen sei. Bemerkenswert ist, dass in der Ukraine mehrere Politiker auf die Auszeichnung verzichtet haben, darunter:
- Kyrylo Budanow
- Andrij Sybiha
- Wassyl Bodnar
- Leonid Kutschma
- Wiktor Juschtschenko
- Petro Poroschenko
- Borys Tarasjuk
Die Ereignisse rund um die Umbettung von Andrij Melnyk und die Reaktion der polnischen Regierung haben sowohl in der Ukraine als auch in Polen erhebliche gesellschaftliche Wellen geschlagen. Sie verdeutlichen, wie historische Symbole zu politischen Sprengsätzen werden können, die weit über die Landesgrenzen hinauswirken.
Der Fall zeigt die fragile Natur der ukrainisch-polnischen Beziehungen. Trotz enger Partnerschaft in vielen Bereichen bleiben historische und politische Themen hochempfindlich. Die Umbettung Melnyks – einer Symbolfigur des ukrainischen Freiheitskampfes – wurde von prorussischen Akteuren gezielt instrumentalisiert. Dies deutet auf bestehende gesellschaftliche Spannungen hin und macht deutlich, wie politische Entscheidungen tiefgreifende Folgen für internationale Beziehungen haben können. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten und bedarf einer genauen Beobachtung, da sie die künftigen Beziehungen beider Länder nachhaltig prägen könnte.
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