Mit 35 Jahren an die Spitze: Russlan Krawtschenko als jüngster Generalstaatsanwalt der Ukraine vereidigt.
Krawtschenko übernimmt das Amt
Nach Angaben von Espreso.tv: Am 21. Juni 2025 wurde Russlan Krawtschenko zum neuen Generalstaatsanwalt der Ukraine ernannt. Mit 35 Jahren ist er der bislang jüngste Amtsinhaber in dieser Position. In seine bisherige Dienstzeit fallen sowohl die Dokumentation zahlreicher Kriegsverbrechen als auch die Verwicklung in mehrere Korruptionsvorwürfe.
Krawtschenko erblickte am 14. März 1990 in Sjewjerodonezk das Licht der Welt. Seine Ausbildung absolvierte er am Kiewer Militärlyzeum sowie an der Charkiwer Rechtsakademie. Ab 2012 war er als Ermittler bei der Staatsanwaltschaft Sewastopol tätig. Während des Krieges im Donbas diente er von 2014 bis 2015 als Militärstaatsanwalt im Einsatzgebiet der Anti-Terror-Operation – ein entscheidender Abschnitt seines Werdegangs. Von 2021 bis 2023 leitete er die Bezirksstaatsanwaltschaft in Butscha, anschließend stand er von April 2023 bis Dezember 2024 der Kiewer Gebietsverwaltung vor.
Seine Berufung zum Generalstaatsanwalt wurde möglich, nachdem Andrij Kostin am 22. Oktober 2024 seinen Rücktritt eingereicht hatte. Die Werchowna Rada stimmte diesem Rücktritt am 29. Oktober 2024 mit 255 Stimmen zu. Am 17. Juni 2025 sprach sich das Parlament mit 273 Ja-Stimmen bei fünf Gegenstimmen für Krawtschenko als Nachfolger aus.
Herausforderungen und Probleme im Amt
Die Behörde des Generalstaatsanwalts hat bislang 72.295 Strafverfahren im Zusammenhang mit der russischen Aggression eröffnet. Davon gelangten 258 Fälle vor Gericht, in 97 Fällen wurden Verurteilungen ausgesprochen. Der Schaden im Verteidigungssektor wird auf über 3,4 Milliarden Griwna beziffert. Krawtschenko betonte die Notwendigkeit von Transparenz in der Arbeit der Staatsanwaltschaft und erklärte:
„Die Staatsanwaltschaft muss nicht nur Ergebnisse liefern, sondern auch den Bürgern, in deren Interesse wir täglich handeln, verständlich Rechenschaft ablegen.“
Auf die Frage nach einem möglichen Rücktritt entgegnete Krawtschenko: „Ich habe nicht um meinen Rücktritt gebeten und habe auch nicht vor, dies zu tun. Ich bin an meinem Platz. Und ich erfülle weiterhin die Pflichten des Generalstaatsanwalts.“ Diese Worte unterstreichen seine Entschlossenheit und den Anspruch auf Stabilität in der Führung der Behörde trotz schwieriger Rahmenbedingungen.
Die Ernennung von Russlan Krawtschenko zum Generalstaatsanwalt zeigt, dass die Ukraine bei der Besetzung wichtiger Staatsämter verstärkt auf junge Führungskräfte setzt. Dies geschieht vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges mit Russland und der dringenden Notwendigkeit, Korruption zu bekämpfen. Die angespannte Lage im Land erfordert von der Staatsanwaltschaft effektives Handeln und Offenheit – beides hat Krawtschenko zugesichert. Sein entschlossenes Auftreten und sein Fokus auf die Berichterstattung gegenüber den Bürgern könnten dazu beitragen, das Vertrauen in die ukrainischen Strafverfolgungsbehörden wiederherzustellen.
Lesen Sie auch
- EU-Kommissarin: Ukrainischer Beitritt zur EU ist unumkehrbar
- USA-Vizeaußenminister erklärt: Ukraine hat aktuell die Oberhand im Krieg
- Moskau verbreitet Falschmeldung: Ukrainischer Sicherheitsrat dementiert angeblichen Hack der Generalstabsdaten
- Polen und die Ukraine schließen sich zusammen: Knyazhytskyi über den Aufbau einer neuen europäischen Macht
- Letzte Warnung aus Kiew: Lukaschenko muss Drohnen-Verstärker abschalten – Ukraine zieht Konsequenzen
- 2.000 Wehrpflichtige in Belarus bis Anfang Juli eingezogen: Steht das Land kurz vor einem Kriegseintritt?

