Fico droht mit Stromstopp für Ukraine: Druckmittel wegen Ölpipeline.
Drohung aus Bratislava
Nach Angaben von TSN.ua: Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat mit einem Stopp der Stromlieferungen in die Ukraine gedroht. Der Grund ist ein Konflikt um den Transit russischen Öls durch die Pipeline 'Druschba'. Fico erklärte, sollte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet für wertlos erachten, sei die Slowakei bereit, die Stromversorgung zu kappen. Diese Drohung verdeutlicht, wie eng Energie- und Sicherheitspolitik in der Region mittlerweile verflochten sind.
Angespannte Lage an der Pipeline 'Druschba'
Die Pipeline 'Druschba' ist für die Slowakei eine lebenswichtige Versorgungsader für russisches Öl und ein zentraler Faktor für ihre Energiesicherheit. Versuche der Slowakei und Ungarns, alternative Lieferrouten über Kroatien zu etablieren, sind bisher gescheitert. Die ohnehin prekäre Versorgungslage wurde durch einen Angriff weiter verschärft.
Am 27. Januar griffen russische Streitkräfte eine Infrastrukturanlage der 'Druschba'-Pipeline in der Stadt Brody in der Oblast Lwiw an. Dieser Vorfall könnte die Ölversorgung der Slowakei und anderer abhängiger Länder erheblich beeinträchtigen. Als Puffer verfügen die Slowakei und Ungarn allerdings über strategische Treibstoffreserven für 90 Tage, um mögliche Unterbrechungen abfedern zu können.
Die doppelte Krise – die gefährdete Ölversorgung der Slowakei und die mögliche Unterbrechung der Stromlieferungen in die Ukraine – sorgt international für Besorgnis über die Stabilität der Energieversorgung in Osteuropa.
Die Äußerung des slowakischen Regierungschefs unterstreicht die komplexe Gemengelage der energiepolitischen Beziehungen in Osteuropa, die durch den Krieg in der Ukraine zusätzlich unter Druck geraten sind.
Ein Stromlieferstopp hätte schwerwiegende Folgen für die Ukraine, deren Energiesektor bereits durch die russischen Angriffe stark belastet ist. Die Entwicklung um die 'Druschba'-Pipeline könnte zudem die Energiepolitik weiterer Länder der Region beeinflussen, die noch von russischen Ressourcen abhängen.
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