Gemeinsam gekauft, getrennt geteilt: Immobilienbesitz in nichtehelichen Lebensgemeinschaften.

Gemeinsam gekauft, getrennt geteilt: Immobilienbesitz in nichtehelichen Lebensgemeinschaften
Gemeinsam gekauft, getrennt geteilt: Immobilienbesitz in nichtehelichen Lebensgemeinschaften

Rechtliche Lage bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften

Nach Angaben von Novyny.live: Immer mehr Paare in der Ukraine entscheiden sich für ein gemeinsames Leben ohne Trauschein und erwerben zusammen Eigentum. Diese Entwicklung bringt spezifische juristische Konsequenzen mit sich, insbesondere bei der Aufteilung von gemeinsam erworbenem Besitz. Der Gesetzgeber spricht hier von 'dem Zusammenleben in einer Familie ohne Eheschließung', was den besonderen Rechtsstatus solcher Partnerschaften unterstreicht.

Artikel 74 des Familiengesetzbuches stellt klar: Vermögenswerte, die während des Zusammenlebens angeschafft werden, gelten als gemeinsames Miteigentum. Im Falle einer Trennung hat daher jeder Partner Anspruch auf einen Anteil. Allerdings gibt es Ausnahmen. Gemäß Artikel 57 des Familiengesetzbuches kann Eigentum auch als persönliches Privateigentum anerkannt werden, das dann nicht geteilt werden muss.

Praktische Rechtsfragen und Beweissicherung

Rechtsexperten betonen, dass vor Gericht der Nachweis der tatsächlichen Lebensgemeinschaft entscheidend ist.

„Für ein erfolgreiches Vorgehen muss ein umfassender Beweis erbracht werden, der jeden Zweifel an der 'familiären' Lebensführung ausräumt“, erklärt Maria Kaminska.
Dazu zählen Dokumente, die gemeinsame Haushaltsführung belegen, oder Zeugenaussagen Dritter.

Besondere Vorsicht ist bei Erbschaften und Schenkungen geboten. Wie Galina Nenchenko anmerkt,

„wird eine Immobilie, die nur einem der Partner persönlich geschenkt wurde, auch als dessen alleiniges Privateigentum betrachtet.“
Folglich bedarf die Schenkung einer als Miteigentum geführten Immobilie stets der Zustimmung beider Partner. Diese Regelungen sind für viele Paare überraschend und sollten frühzeitig bedacht werden.

Der Trend zum nichtehelichen Zusammenleben spiegelt einen Wandel der sozialen Normen in der Ukraine wider. Um spätere Konflikte zu vermeiden, ist es für Paare, die gemeinsam eine Immobilie erwerben, unerlässlich, ihre Rechte und Pflichten genau zu kennen. Angesichts der komplexen rechtlichen Folgen wird dringend empfohlen, frühzeitig anwaltlichen Rat einzuholen und gegebenenfalls vertragliche Vereinbarungen zu treffen.


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