Hausarrest für Spenden-Sammler: Gericht in Kiew fällt Entscheidung im SMA-Fall.

Hausarrest für Spenden-Sammler: Gericht in Kiew fällt Entscheidung im SMA-Fall
Hausarrest für Spenden-Sammler: Gericht in Kiew fällt Entscheidung im SMA-Fall

Nazar Huzakov unter Hausarrest gestellt

Nach Angaben von TSN.ua: Das Petschersker Bezirksgericht in Kiew hat gegen Nazar Huzakov eine nächtliche Ausgangssperre von 22:00 bis 06:00 Uhr verhängt. Der Mann steht im Verdacht, bei der Sammlung von Spenden für die Behandlung von spinaler Muskelatrophie (SMA) betrügerisch gehandelt zu haben. Zusätzlich muss Huzakov seinen Reisepass abgeben.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich einen rund um die Uhr geltenden Hausarrest gefordert, doch der Richter entschied sich für eine zeitlich begrenzte Maßnahme. Huzakov ist nachweislich schwerbehindert, was die Entscheidung des Gerichts maßgeblich beeinflusst haben dürfte. Seine Verteidigerin betonte, dass sich sein Gesundheitszustand drastisch verschlechtert habe:

„Er kann nicht einmal allein zur Toilette gehen – man muss ihn dorthin tragen. Es ist ihm unmöglich, persönlich vor Gericht zu erscheinen. Das Einzige, was er kann, ist, per Video zugeschaltet zu werden. Er behindert die Ermittlungen in keiner Weise und macht Aussagen.“ – Verteidigerin von Huzakov

Das Gericht hat bei der Wahl der Maßnahme also den gesundheitlichen Zustand des Beschuldigten berücksichtigt. Der Fall zeigt, wie wichtig es ist, medizinische und soziale Faktoren in Gerichtsverfahren einzubeziehen, insbesondere wenn es um Menschen mit Behinderungen geht.

Hintergrund: Betrug bei Spendenaktionen

Die Entscheidung für den zeitlich begrenzten Hausarrest könnte als Versuch des Gerichts gewertet werden, die Rechte des Beschuldigten mit den Interessen der Justiz in Einklang zu bringen. Der Fall wirft zudem ein Schlaglicht auf das wachsende Problem von Betrug im Bereich medizinischer Spendenaufrufe. In Krisenzeiten wie in der Ukraine versuchen viele Menschen, einander zu helfen – doch genau diese Hilfsbereitschaft wird zunehmend von Betrügern ausgenutzt.


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