Das Rätsel der Löcherlinie in Peru gelüftet: Es war ein antikes System zur Warenerfassung.
Nach Angaben von ТСН: In der peruanischen Pisco-Tal präsentierten Archäologen neue Forschungen zu einem der geheimnisvollsten Objekte der Anden – der Linie mit etwa 5200 Löchern, die in den Hang des Monte-Sierpe geschnitten sind. Dieses Bauwerk, bekannt als 'Löcherlinie', blieb jahrzehntelang unverständlich.
Wissenschaftler setzten Drohnen ein, um detaillierte Kartierungen durchzuführen und entdeckten eine klare Ordnung der Löcher: Sie sind in Blöcken angeordnet, in Abschnitte unterteilt und wiederholen dieselben numerischen Muster. Wie der leitende Autor der Studie, der digitale Archäologe Jacob Bongers, anmerkt, könnte dieses Format auf eine funktionale Bestimmung des Objekts hindeuten, und nicht auf einen zufälligen oder rein dekorativen Ursprung.
Struktur und entdeckte kulturelle Überreste
Monte-Sierpe besteht aus flachen Gruben, die 1 bis 2 Meter breit und bis zu 1 Meter tief sind. Obwohl die Linie aus der Ferne durchgehend aussieht, ist sie tatsächlich durch Durchgänge unterbrochen, die eine Bewegung am Hang ermöglichen. Die Bodenanalyse ergab, dass in den Gruben Maispollen sowie Spuren von Schilf, Kürbissen, Amaranth, Baumwolle und Chili vorhanden sind. Diese Pflanzen wachsen nicht in der trockenen Region, in der sich das Objekt befindet, was auf ihre bewusste Einbringung durch Menschen hindeutet.
Funktionalität und Geschichte des Objekts
Forscher glauben, dass die Löcher zur Lagerung von Waren genutzt wurden und betrachten Monte-Sierpe als Teil eines einheimischen Systems des Austauschs und der Erfassung. Sie weisen auch auf Analogien dieser Struktur zu den Inka-Kipus hin – einem Knotensystem zur Erfassung von Mengen und Ressourcen, stellen dies jedoch als Hypothese in den Raum.
Radiokarbonanalysen zeigen, dass das Objekt im 14. Jahrhundert aktiv genutzt wurde, in einer Zeit, als das Königreich Chinchay die Region beherrschte. Aus historischen Quellen ist bekannt, dass die Chinchays entwickelte Händler waren, die Netzwerke des Austauschs entlang der Küste und ins Landesinnere kontrollierten, bevor die Inka kamen. Monte-Sierpe liegt in der Nähe präspanischer Wege zwischen verschiedenen ökologischen Zonen.
Wissenschaftler betonen, dass die Löcher nicht als Lagerstätten im modernen Sinne betrachtet werden sollten. Sie glauben, dass diese Elemente als visuelle Marker für Mengen fungieren könnten, was eine Schätzung des Warenvolumens ohne Geld ermöglichte. Später, zur Zeit des Inka-Reiches, hätte eine solche Infrastruktur für staatliche Erfassungsbedürfnisse umgestaltet werden können.
'Löcherlinie' ist der Wissenschaft seit 1933 bekannt – damals wurde sie auf Luftaufnahmen sichtbar, die in National Geographic veröffentlicht wurden. Seitdem wurden verschiedene Theorien zu ihrer Funktion aufgestellt – von einer Verteidigungsstruktur bis hin zu einem Wassersystem. Die neue Studie liefert keine endgültige Antwort, bietet jedoch, gemäß den Autoren, die überzeugendsten Argumente zur Herkunft von Monte-Sierpe, die bisher vorgelegt wurden.
Diese Entdeckung belegt die komplexe sozialwirtschaftliche Struktur der alten Zivilisationen Perus, die in der Lage waren, den Austausch und die Lagerung von Ressourcen über große Gebiete zu organisieren. Das Verständnis der Funktionen dieses Objekts könnte Licht auf die früheren Handels- und Erfassungsmethoden werfen sowie auf die Verbindungen zwischen verschiedenen Kulturen in der Region.
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