Militärverwaltung rechtfertigt Vorgehen: Bauarbeiter-Vorfall und Schüsse in Czernowitz neu bewertet.

Militärverwaltung rechtfertigt Vorgehen: Bauarbeiter-Vorfall und Schüsse in Czernowitz neu bewertet
Militärverwaltung rechtfertigt Vorgehen: Bauarbeiter-Vorfall und Schüsse in Czernowitz neu bewertet

Umstrittene Einsätze der Militärverwaltung in der Region Czernowitz

Nach Angaben von Novyny.live: Vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss rechtfertigten Vertreter der territorialen Rekrutierungsstellen (TCC) ihr Handeln bei mehreren öffentlichkeitswirksamen Vorfällen. Im Fokus standen unter anderem die Auseinandersetzung mit Bauarbeitern, ein Konflikt in der Ruska-Straße sowie ein Schusswaffeneinsatz während einer Mobilmachungsaktion. Die Anhörung sollte Klarheit über die genauen Abläufe schaffen.

Die Ereignisse im Einzelnen

  • Am 18. April weigerten sich auf einer Baustelle zwei Arbeiter, von einem Gerüst herabzusteigen, als ihre Wehrpässe überprüft werden sollten. Anders als zunächst kolportiert, waren lediglich vier Mitarbeiter der Rekrutierungsstelle vor Ort – nicht 50.

    „Gemeinsam mit der Polizei versuchten wir, die Männer durch respektvolle Gespräche zu einem freiwilligen Herabkommen zu bewegen“, erklärte Andrij Rewezkyj.

  • Am 21. Mai eskalierte in der Ruska-Straße in Czernowitz eine Personenkontrolle: Der Betroffene wurde per Haftbefehl gesucht. Während der Überprüfung sammelte sich eine Menschenmenge.

    „Um eine weitere Zuspitzung zu vermeiden, zogen sich das Einsatzkommando und die Polizei vom Ort zurück“, so Oleksandr Obuch.

  • Bereits am 7. Februar kam es bei einer Mobilmachungsaktion in Czernowitz zu Schüssen. Ein Wehrpflichtiger ignorierte die Anweisungen der Sicherheitskräfte. „Es fielen mehrere Schüsse aus einer Schreckschusspistole. Der Mann wurde später festgenommen, durchlief die Militärärztliche Kommission und schließlich in die ukrainischen Streitkräfte eingezogen“, ergänzte Oleksandr Obuch. Das Ermittlungsverfahren gegen den TCC-Soldaten, der die Waffe abgefeuert hatte, wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Zudem stellte sich heraus, dass jener Mann, der einen Soldaten verletzt hatte, mittlerweile selbst in den Streitkräften dient. In einem weiteren Fall wurde ein Beamter der Rekrutierungsstelle Luzk bei der Annahme von 7.000 US-Dollar Schmiergeld festgenommen. Diese Vorfälle haben landesweit für Empörung gesorgt und werden nun auf Regierungsebene diskutiert.

Die Geschehnisse verdeutlichen die angespannte Lage in der Ukraine, wo Militär- und Zivilbehörden unter Kriegsbedingungen das geltende Recht durchsetzen müssen. Die Vorfälle in der Region Czernowitz machen einen dringenden Verbesserungsbedarf in der Zusammenarbeit zwischen Militär, Polizei und der Bevölkerung deutlich. Zugleich wird eine strengere Ahndung von Amtsmissbrauch gefordert. In der Öffentlichkeit wird intensiv über Reformen des Wehrpflicht- und Mobilmachungssystems debattiert.


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