Die USA haben einen russischen Tanker im Atlantik beschlagnahmt: Wie Trump Putin Probleme bereitet.
Nach Angaben von ТСН: Während das Weiße Haus von dem Streben nach "strategischer Stabilität" mit Moskau spricht, hat die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump eine riskante Operation gegen Russland durchgeführt, indem sie einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik beschlagnahmte. Dies stellte sich als eine schwieriger Aufgabe für den Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, heraus, als ursprünglich im Kreml erwartet.
Das Trump-Team gab Ende Dezember bekannt, dass es "strategische Stabilität mit Russland" anstrebt, aber dies stieß bald auf eine weitere wichtige Aufgabe - die Demonstration der Macht der Vereinigten Staaten auf der internationalen Bühne.
Die Beschlagnahme des Tankers unter russischer Flagge
Am 7. Januar machten die USA einen der entscheidendsten Schritte gegen Moskau und beschlagnahmten einen Öltanker unter russischer Flagge im Nordatlantik.
In Washington wurde gesagt, dass sie im Rahmen der Kontrolle über die Blockade venezolanischen Öls handeln, und sie charakterisierten das festgenommene Schiff, das sich über zwei Wochen versteckt hatte, als "staatenlos". In Moskau wurde dies als weiterer feindlicher Schritt seitens der USA interpretiert, der russische Interessen schädigen könnte.
Trumps umstrategische Strategie gegenüber Russland
Diese Situation verdeutlichte die inneren Widersprüche von Trumps Strategie, da er versucht, den Kontakt zu Putin aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Position der USA in der Welt zu betonen, was Spannungen und Risiken für beide Seiten schafft.
Trump versucht, Macht zu nutzen, um nationale Interessen zu schützen - was mit Putins Sicht auf die Welt, die zwischen großen Mächten geteilt ist, übereinstimmt. Doch dieser Ansatz verschlechtert die Beziehungen zu Russland, insbesondere in Lateinamerika, wo der Kreml seinen Einfluss stärken möchte.
„Wie viele Probleme löst Trump für Putin? Meiner Meinung nach sehr wenige. Es scheint, dass er viel mehr Probleme schafft, als er löst“, betonte der Direktor des Kennan-Instituts in Washington, Michael Kimmage.
Trumps Maßnahmen gegenüber der Ukraine, Europa und Venezuela
Trotz zahlreicher Kontakte zu Putin ist es Trump nicht gelungen, die Ukraine dazu zu bringen, den russischen Bedingungen zuzustimmen, und die USA setzen weiterhin wichtige geheimdienstliche Informationen für Kiew ein.
In Europa lösen Trumps Konflikte mit Verbündeten Genugtuung im Kreml aus, führen aber gleichzeitig dazu, dass Europäer mehr in die Verteidigung investieren, was Moskau nicht zugutekommt.
Trumps Maßnahmen in Venezuela bestätigten das Konzept der Einflusszonen und zeigten die Unfähigkeit des Kremls, seine Verbündeten zu unterstützen. Die Festnahme des Präsidenten Nicolás Maduro war ein weiterer Schlag gegen die prorussischen Führer.
In der westlichen Hemisphäre bleibt die US-Politik gegenüber Russland hart. Washington erklärt offen die Nutzung von Moskaus Partnerschaft mit Venezuela, um den Einfluss in Lateinamerika auszubauen, während die Festnahme Maduros dies verhindern soll.
Die USA untergraben das System der "Schattenflotte" der RF
Laut NYT drücken die USA auf die Übergangsregierung in Venezuela, um ausländische Agenten und Militärs aus China, Russland, Kuba und dem Iran abzuziehen. Gleichzeitig blockieren die amerikanischen Maßnahmen den venezolanischen Ölexport und untergraben das System der "Schattenflotte", das Russland und andere sanktionierte Länder nutzen.
Die amerikanischen Streitkräfte wendeten am 7. Januar beispiellose Maßnahmen an, um den Tanker zu beschlagnahmen, der zuvor der Verhaftung in der Karibik entgangen war. Im Versuch zu entkommen, hievte das Schiff, das als Bella 1 bekannt ist, die russische Flagge, während die RF ein Kriegsschiff zur Begleitung schickte und den USA eine diplomatische Note übermittelte.
Trotzdem führten die USA die Operation unter Einsatz von Kampfflugzeugen von britischen Basen durch. Die Besatzung des Schiffes könnte in die Vereinigten Staaten für eine strafrechtliche Verfolgung gebracht werden.
Der Kreml versucht, eine Eskalation zu vermeiden
Moskau hat von einem Verstoß gegen das internationale Recht gesprochen und die Freilassung der Russen an Bord gefordert, aber Drohungen wurden nicht geäußert. Putin und die militärische Führung RF enthielten sich jeglicher Kommentare. Diese Reaktion zeigt den Wunsch des Kremls, eine Eskalation zu vermeiden, ähnlich wie in früheren Situationen, in denen die USA russische Interessen angegriffen haben.
„Russland ist nicht das Land, das sich ausschließlich auf gewaltsame Macht verlassen kann. Darin liegt der Widerspruch des Putin-Modells, und ironischerweise könnte Trump helfen, dies zu demonstrieren“, fasste Kimmage zusammen.
Im Außenministerium RF forderten sie die USA auf, die Besatzung des Tankers Marinera unverzüglich zurückzugeben, der von amerikanischen Spezialeinheiten beschlagnahmt wurde. Sergej Lawrow charakterisierte die Handlungen Washingtons als "unzulässig" und forderte "humanitäre Behandlung" der russischen Seeleute, obwohl das Schiff aufgrund von Sanktionen festgenommen wurde.
Der US-Vizepräsident Jay D. Vance nannte den beschlagnahmten Tanker Marinera ein "fakes russisches Schiff". Seiner Meinung nach hatte das Schiff, das zuvor als Bella 1 bekannt war, im Dezember seine Registrierung auf russisch geändert, um den Schutz der RF zu erhalten und Sanktionen zu entgehen. Zum Zeitpunkt der Festnahme war kein Öl an Bord, aber Washington identifizierte den Tanker als Teil der "Schattenflotte", die die Interessen Venezuelas bediente.
Diese Situation unterstreicht die zunehmende Spannungen in den Beziehungen zwischen den USA und Russland, die sich durch Konflikte in Lateinamerika und durch Trumps Kritik an seinem Ansatz zur Ukrainefrage verschärfen. Nach der Festnahme des Tankers könnte es bei den amerikanischen Bemühungen, ihre Position auf der internationalen Bühne zu festigen, erneut zu einem verstärkten Fokus auf militärische Maßnahmen kommen. Der Kreml hingegen befindet sich in einer schwierigen Lage, da er versucht, eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden, während er gleichzeitig seine Interessen auf der Weltbühne verteidigt.
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