Tusk drängt Selenskyj und Nawrocki zur Aussprache im Streit um UPA-Ehrung.
Gespräche zwischen den Präsidenten der Ukraine und Polens
Nach Angaben von Espreso.tv: Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat die Staatschefs beider Länder aufgefordert, den Konflikt um die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach den Helden der UPA direkt zu klären. Hintergrund ist der Plan des polnischen Präsidenten, Wolodymyr Selenskyj die höchste Auszeichnung Polens zu entziehen.
Am 26. Mai unterzeichnete der ukrainische Präsident ein Dekret, mit dem dem Sondereinsatzzentrum „Nord“ der ukrainischen Streitkräfte der Ehrenname „Helden der UPA“ verliehen wurde. Bereits drei Tage später, am 29. Mai, kündigte Polens Präsident Karol Nawrocki an, Selenskyj den Weißen Adler-Orden – die höchste polnische Ehrung – aberkennen zu wollen.
Lage und mögliche Lösungen
Angesichts der Schwere des Streits erklärte Donald Tusk am 5. Juni, die Verantwortung für eine Beilegung liege allein bei der ukrainischen Seite.
„Da die Diplomatie keine Ergebnisse gebracht hat, wende ich mich öffentlich an die Präsidenten Karol Nawrocki und Wolodymyr Selenskyj und fordere ein direktes und ehrliches Gespräch“, so Tusk.
Weiter betonte der polnische Premier: „Das ist sicherlich für uns alle offensichtlich.“ Sein Berater Marcin Przydacz stellte klar, dass Selenskyj Nawrocki anrufen und sich für die Benennung der Einheit nach den UPA-Helden entschuldigen müsse.
„Wenn wir uns um die Vergangenheit streiten, gewinnt jemand anderes die Zukunft“, fügte Tusk hinzu.
Für den 8. Juni ist in Polen eine Sitzung des Kapitels des Weißen Adler-Ordens anberaumt – ein entscheidender Termin auf dem Weg zur Deeskalation.
Der diplomatische Zwist zwischen Kiew und Warschau zeigt, wie sehr historische Wunden die Gegenwart belasten können. Dabei wäre gerade jetzt ein enger Schulterschluss wichtig, etwa bei Sicherheitsfragen oder der Energiewende. Die anstehende Sitzung des Ordenskapitels bietet die Chance, einen Kompromiss zu finden und die Beziehungen beider Länder zu festigen.
Ob es tatsächlich zu einer Annäherung kommt, hängt maßgeblich vom Willen beider Seiten ab, die Vergangenheit nicht zur Belastungsprobe für die Zukunft werden zu lassen.
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