Kasachstan hat 700 Verfahren gegen seine Bürger wegen des Krieges in der Ukraine eröffnet.
Nach Angaben von ТСН: In Kasachstan wurden seit Jahresbeginn über 700 Strafverfahren gegen Bürger eröffnet, die entschieden haben, auf Seiten der russischen Besatzungstruppen in der Ukraine zu kämpfen.
Laut dem Bericht ignorieren die Gerichte während der Verhandlungen, in welchen Formationen die Angeklagten gedient haben. Sie tragen alle Verantwortung für Verbrechen im Zusammenhang mit der Teilnahme an militärischer Aggression, unabhängig davon, ob sie Teil der Wagner-Gruppe waren oder mit dem Verteidigungsministerium Russlands zusammengearbeitet haben.
Statistiken zufolge sind im Konflikt in der Ukraine etwa 200 Bürger Kasachstans ums Leben gekommen.
Früher beschränkten sich die kasachischen Behörden nur auf Warnungen bezüglich der strafrechtlichen Verantwortung und eröffneten jährlich nur einige Dutzend Verfahren. Doch die Situation hat sich grundlegend geändert, nachdem Informationen über mögliche Söldner veröffentlicht wurden.
Im April und Juli 2025 veröffentlichte das ukrainische Projekt "Ich will leben" Listen von über 1200 Kasachen, die auf Seiten Russlands kämpfen oder gekämpft haben.
Die offizielle Reaktion Astanas auf diese Veröffentlichungen war vorsichtig. Nach der ersten Liste erklärte stellvertretende Innenminister Igor Lepecha, dass "die Richtigkeit der veröffentlichten Daten nicht bestätigt sei" und rief dazu auf, offizielle Anfragen zu stellen. Einen Monat später äußerte auch das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Kasachstans eine ähnliche Position.
Strafrechtliche Verantwortlichkeit
Das Strafgesetzbuch der Republik Kasachstan enthält zwei Hauptartikel, nach denen eine Verantwortung für die Teilnahme an Kriegen im Ausland angenommen werden kann. Artikel 172, der sich mit der Teilnahme an bewaffneten Konflikten befasst, sieht eine Strafe von bis zu neun Jahren Freiheitsentzug vor.
Artikel 170 über Söldnertum ist strenger. Wenn die Teilnahme an Mordfällen nachgewiesen werden kann, kann das Gericht eine Strafe von bis zu lebenslanger Haft sowie die Einziehung von Vermögenswerten verhängen.
Im Jahr 2025 wurde eine Rekordanzahl von Verfahren registriert: 709 wegen Teilnahme an bewaffneten Konflikten und 28 wegen Söldnertums.
Es wurde auch festgestellt, dass Russland heimlich Hunderte Kenianer für die Teilnahme am Krieg gegen die Ukraine rekrutiert und Kolumbianer, die in die Gewalt der ukrainischen Streitkräfte geraten sind, rufen ihre Mitbürger auf, den russischen Rekrutierern nicht zu glauben.
Diese Ereignisse zeugen von einer Verschärfung des Problems der Teilnahme von Bürgern Kasachstans am Konflikt in der Ukraine. Strenge Maßnahmen der Behörden sowie das internationale Interesse an diesem Thema könnten wichtige Schritte im Kampf gegen Söldnertum und Kriegsverbrechen in der Region darstellen. Die kasachische Gesellschaft verfolgt weiterhin die Entwicklungen und hofft auf eine Verringerung der Tragödien im Zusammenhang mit der Teilnahme am Krieg.
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