Bulgakow-Denkmal in Kiew abgebaut: Was das Institut für Nationales Gedenken dazu sagt.

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgebaut: Was das Institut für Nationales Gedenken dazu sagt
Bulgakow-Denkmal in Kiew abgebaut: Was das Institut für Nationales Gedenken dazu sagt

Bulgakow-Denkmal in Kiew entfernt

Nach Angaben von Espreso.tv: In Kiew wurde das Denkmal für Michail Bulgakow abgebaut. Grundlage dafür war eine Stellungnahme des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken. Die Behörde begründete den Schritt damit, dass das Monument mit der russischen imperialen Politik in Verbindung stehe. Der Beschluss zur Entfernung wurde am 18. Dezember 2025 gefasst. Bulgakow gilt als Schriftsteller, der der ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung ablehnend gegenüberstand.

Leben und Werk von Michail Bulgakow

Michail Afanassjewitsch Bulgakow wurde am 15. Mai 1891 in Kiew geboren. Sein Vater, Afanassi Iwanowitsch, lehrte an der Kiewer Geistlichen Akademie, seine Mutter, Warwara Michailowna, zog sieben Kinder groß. Bulgakow schloss 1916 sein Studium ab; die letzte Abschlussprüfung legte er im Juni 1909 ab. Die Kiewer Universität des Heiligen Wladimir, an deren medizinischer Fakultät er eingeschrieben war, spielte eine zentrale Rolle in seinem Leben.

Während des Bürgerkriegs in der Ukraine arbeitete Bulgakow als Militärarzt. 1921 zog er nach Moskau, wo er seine schriftstellerische Laufbahn fortsetzte. Eines seiner bekanntesten Werke, der Roman „Der Meister und Margarita“, erhielt seinen endgültigen Titel im Jahr 1937; die Uraufführung des Theaterstücks „Die Tage der Turbins“ fand 1926 statt. Michail Bulgakow starb am 10. März 1940 in Moskau.

Die Debatte um das Bulgakow-Denkmal reißt nicht ab.

Serhij Wlasenko äußerte sich dazu: „Über den Abriss des Bulgakow-Denkmals reden wir in fünf bis sieben Jahren. Ich bin überzeugt, dass diejenigen, die dies angeordnet und durchgeführt haben, sich schämen werden.“

Der Abbau des Denkmals für Michail Bulgakow spiegelt den Wandel der gesellschaftlichen Stimmung in der Ukraine wider – insbesondere im Zuge der Neubewertung historischer Persönlichkeiten und deren Einfluss auf die nationale Identität. Die Entscheidung hat eine Diskussion über die Rolle von Literatur und Kultur bei der Herausbildung eines nationalen Bewusstseins ausgelöst, die möglicherweise weitere Maßnahmen gegen andere mit der imperialen Geschichte verbundene Denkmäler nach sich zieht. Gleichzeitig zeigen die Äußerungen von Politikern und der Öffentlichkeit, dass die Frage der Identität in der Ukraine weiterhin von hoher Brisanz ist.


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