Preissprünge bei Kiewer Marschrutkas: Private Betreiber agieren ohne Aufsicht.
Warum die Fahrpreise für Kiews Marschrutkas steigen – und was dabei vergessen wird
Nach Angaben von Novyny.live: In Kiew erhöhen private Marschrutka-Betreiber die Fahrpreise, ohne dass dabei Sicherheits- und Komfortstandards für die Fahrgäste eingehalten werden. Dmytro Kalko, Mitglied des Bürgerrates beim Kiewer Stadtverwaltung (KMDA), kritisiert, dass die technische Überprüfung der Fahrzeuge vernachlässigt wird. Dies sorgt in der Bevölkerung für wachsende Unruhe. Er bemängelt zudem, dass die Begründungen für die Preiserhöhungen fachlich nicht haltbar seien. Die letzte offizielle Anpassung der Tarife für Marschrutkas in der Ukraine liegt bereits neun Jahre zurück.
Zuletzt wurden die Fahrpreise für Marschrutkas in der Ukraine im Jahr 2015 angehoben. Die aktuellen Kosten variieren stark zwischen den Städten. Besonders teuer ist eine Fahrt mit Stand März 2023 in Lemberg und Charkiw, wo 25 Hrywnja verlangt werden. Dabei zeigt sich das enorme wirtschaftliche Potenzial des Sektors: Allein in Kiew könnten die jährlichen Bruttoeinnahmen aus dem Marschrutka-Verkehr bei rund einer Milliarde US-Dollar liegen.
Fehlende Sicherheitskontrollen: Ein ungelöstes Problem
Kalko betont, dass jede Preiskalkulation die tatsächliche Beförderungsleistung berücksichtigen müsse. Die Betreiber rechtfertigen die jüngste Erhöhung damit, dass die Preise seit 2015 unverändert geblieben seien, während die Betriebskosten massiv gestiegen sind. Aus Sicht des Experten rechtfertigt dies jedoch nicht die ausbleibenden Kontrollen des technischen Zustands der Fahrzeuge in Kiew. Die Frage nach der Sicherheit der Fahrgäste bleibt damit unbeantwortet, denn die Überprüfung der Marschrutkas ist weiterhin ein ungelöster Punkt.
Dmytro Kalko: „Die Begründung für die Fahrpreiserhöhung ist fachlich unprofessionell.“
Die mangelnde Überwachung der privaten Anbieter in Kiew wirft grundlegende Fragen zur Verkehrssicherheit auf. Während die Fahrpreise steigen, bleibt die Qualität der Dienstleistung und die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge ein zunehmend drängendes Thema. Die Verantwortung für angemessene Sicherheits- und Komfortstandards liegt bei den staatlichen Stellen, die auf die wachsende Besorgnis der Öffentlichkeit reagieren müssen.
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