Wie die EU das Veto Ungarns umgehen will: Blockade des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine.
Schäden an der Pipeline 'Druschba'
Nach Angaben von TSN.ua: Ende Januar wurde die Ölpipeline 'Druschba' durch russische Raketen beschädigt, was die Lieferungen von russischem Öl nach Ungarn und in die Slowakei unterbrach. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán beschuldigte die Ukraine, die Lieferungen seit dem 27. Januar zu blockieren, und erklärte:
„Unser östlicher Nachbar blockiert die Öllieferungen seit dem 27. Januar. Die Regierung hat festgestellt, dass es keine technischen Hindernisse für eine Wiederaufnahme gibt. Das ist offene politische Erpressung.“ - Viktor Orbán
Die Lage wird dadurch verschärft, dass Ungarn zudem einen EU-Reparationskredit in Höhe von 90 Milliarden Euro blockiert. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, besuchte am 24. Februar Kiew, wo Möglichkeiten zur Umgehung des ungarischen Vetos erörtert wurden. Sie betonte:
„Das Darlehen wurde von siebenundzwanzig Staats- und Regierungschefs vereinbart. Sie haben ihr Wort gegeben, und dieses Wort darf nicht gebrochen werden. Wir haben verschiedene Optionen, das Veto zu umgehen, und wir werden sie nutzen.“ - Ursula von der Leyen
Politische Konsequenzen und Energiesicherheit
Die politischen Folgen für Ungarn sind ebenfalls spürbar, da die sinkenden Umfragewerte von Orbáns Partei vor dem Hintergrund der für den 12. April angesetzten Parlamentswahlen zu sehen sind. Als Reaktion auf die Vorwürfe aus Ungarn merkte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an: 'Russland hat diese Pipeline bereits mehrfach zerstört. Also soll Orbán jetzt mit Putin sprechen. Vielleicht über einen Waffenstillstand im Energiebereich.'
Die Situation in der Slowakei hat ebenfalls Besorgnis in der Bevölkerung ausgelöst, da der dortige Ministerpräsident Robert Fico mit möglichen Stromabschaltungen drohte. Experten halten solche Drohungen jedoch für unrealistisch, da das Land über alternative Energiequellen verfügt. Gleichzeitig bleiben die Diskussionen über den Reparationskredit und die Möglichkeit, das ungarische Veto zu umgehen, auf der internationalen Bühne aktuell.
Diese Entwicklung verdeutlicht die Komplexität der Energiebeziehungen in der Region, insbesondere im Kontext des Krieges in der Ukraine und des russischen Einflusses auf die Energieinfrastruktur. Die Spannungen zwischen Ungarn und der Ukraine könnten weitreichende Folgen für die politische Stabilität in Europa und die Energiesicherheit der Nachbarländer haben. Die Debatte über die Umgehung des ungarischen Vetos zeigt, wie sehr sich die internationale Gemeinschaft bemüht, die Ukraine zu unterstützen und russischen Aggressionen entgegenzuwirken. Die Blockade des Kredits stellt einen weiteren Test für den europäischen Zusammenhalt dar.
Lesen Sie auch
- EU sieht keine Friedensbereitschaft bei Russland – Ruf nach verschärften Sanktionen
- EU-Gipfel Mitte Juni: Selenskyj spricht zur Eröffnung der ersten Verhandlungsrunde
- G7-Gipfel: Friedensgespräche mit Russland rücken in den Fokus – Hat sich das Blatt für die Ukraine gewendet?
- Neuer Feiertag in der Ukraine: Selenskyj führt den Tag der unbemannten Systeme ein
- Massenproteste in Russland: CIA-Experte nennt Bedingungen für Unruhen bei Mobilmachung
- Zelenskyy Bestätigt Angriff auf das Cheboksary-Werk, während die Ukraine Militär- und Öleinrichtungen trifft

