Mehr als jeder zweite Pole sieht Ukraine durch Zelenskyjs UPA-Dekret kritischer.
SW Research-Umfrage: Negative Folgen der Namensgebung für das Spezialoperationszentrum 'Nord' nach UPA-Helden
Nach Angaben von Espreso.tv: Eine Umfrage des Instituts SW Research zeigt, dass 51,9 Prozent der Befragten ihr Verhältnis zur Ukraine verschlechtert sehen. Grund ist die Entscheidung von Wolodymyr Selenskyj, dem Zentrum für Spezialoperationen 'Nord' den Ehrennamen von Helden der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) zu verleihen. Das Dekret vom 26. Mai 2023 stößt in der polnischen Gesellschaft auf breite Ablehnung – besonders bei Männern und jungen Menschen.
Die Studie ergab im Einzelnen:
- 59 Prozent der Männer geben an, dass Selenskyjs Schritt ihre Haltung gegenüber der Ukraine negativ beeinflusst habe, während es bei den Frauen 46 Prozent sind.
- In der Altersgruppe bis 24 Jahre äußerten 56 Prozent der Befragten Unmut über die Entscheidung.
Diese Zahlen belegen, dass die symbolische Auszeichnung gesellschaftliche Gräben aufreißt. Langfristig könnte dies sowohl die innerukrainische Debatte als auch die internationalen Beziehungen des Landes belasten.
Der Streit um die Ehrung hat auch internationale Kreise erreicht. Bereits am 29. Mai 2023 kündigte der polnische Präsident Karol Nawrocki an, Selenskyj die höchste polnische Auszeichnung entziehen zu wollen. Diese Ankündigung verdeutlicht das angespannte Verhältnis zwischen Kiew und Warschau – obwohl Polen traditionell als enger Verbündeter der Ukraine in der Region gilt.
Am 5. Juni 2023 betonte der ehemalige polnische Premierminister Donald Tusk, dass die Lösung allein bei der ukrainischen Seite liege. Er rief zu einem konstruktiven Dialog auf und warnte:
„Wenn wir uns um die Vergangenheit streiten, gewinnt jemand anderes die Zukunft.“Diese Worte unterstreichen, wie wichtig stabile Beziehungen zwischen beiden Ländern für ihre jeweilige Sicherheit sind.
Der polnische Politiker Włodzimierz Czarzasty äußerte sich ebenfalls und erklärte:
„Es liegt im Interesse Polens, gute Beziehungen zur Ukraine zu pflegen, anstatt Konflikte in der Geschichtspolitik zu verschärfen.“Seine Aussage spiegelt den Wunsch vieler polnischer Akteure wider, eine Eskalation zu vermeiden und die bilaterale Zusammenarbeit nicht zu gefährden.
Die Benennung des Zentrums nach UPA-Helden hat somit eine starke Gegenreaktion ausgelöst. Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass ein offener Austausch und Kompromisse nötig sind, um die Stabilität in der Region zu bewahren.
Der Fall zeigt exemplarisch, wie historische Erinnerung die aktuellen Beziehungen zwischen der Ukraine und ihren Nachbarn prägt. In Zeiten wachsender Spannungen und politischer Differenzen bleibt der konstruktive Dialog zwischen den Staaten ein entscheidender Faktor für die regionale Sicherheit. Eine erfolgreiche Lösung dieser Krise könnte dazu beitragen, die Partnerschaft zu festigen und langfristige Stabilität zu sichern.
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