Ungarns Regierungschef künftig auf acht Jahre begrenzt: Neues Gesetz könnte Orbans Rückkehr verhindern.
Die Gesetzesinitiative der Fraktion 'Tisza'
Nach Angaben von Espreso.tv: Mit einer Verfassungsänderung will die ungarische Fraktion 'Tisza' die Amtszeit des Ministerpräsidenten auf maximal acht Jahre beschränken. Der entsprechende Beschluss wurde bereits gefasst, benötigt aber noch die Unterschrift von Präsident Tamás Sulyok. Die Novelle sieht außerdem die Auflösung der Behörde zum Schutz der Souveränität und die Rückführung von Staatsvermögen vor, das an private Stiftungen übertragen worden war. 'Tisza' hatte bei den Parlamentswahlen im April 2026 53 Prozent der Stimmen errungen und damit die verfassungsgebende Mehrheit erlangt.
Für die Änderung stimmten die Abgeordneten von 'Tisza' und der Fraktion 'Mi Hazánk', während die Partei 'Fidesz' geschlossen dagegen votierte. Die Regelung zählt alle Amtszeiten des Ministerpräsidenten seit 1990 und begrenzt sie auf insgesamt acht Jahre. 'Fidesz' bezeichnete die Novelle als ein 'maßgeschneidertes Gesetz' gegen eine bestimmte Person. 'Tisza' hingegen betont, dass die Regelung de facto eine Rückkehr von Viktor Orbán an die Macht unmöglich mache. Ministerpräsident Péter Magyar legte seinen Amtseid am 9. Mai ab, woraufhin die Debatten über die Verfassungsänderung begannen.
Auswirkungen auf die politische Landschaft
Sollte die Verfassungsänderung in Kraft treten, könnte sie die politische Landschaft Ungarns nachhaltig verändern, indem sie die Möglichkeit langjähriger Machtausübung einzelner Politiker beschneidet. Die Initiative zeigt den wachsenden politischen Einfluss der Fraktion 'Tisza', die ihre Erfolge in der neuen Regierung verankern möchte. Mit der Unterschrift des Präsidenten könnte die Novelle zu einem entscheidenden Schritt für einen Wandel der politischen Kultur des Landes werden.
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