Mehrheit der Ukrainer für Trennung von der Russisch-Orthodoxen Kirche und Verbot der UOK-MP: Umfrage zeigt klare Haltung.
Wie die Ukrainer zu religiösen Organisationen stehen: aktuelle Umfrageergebnisse
Nach Angaben von Espreso.tv: Zwischen dem 4. und 9. Mai befragte die Soziologische Gruppe ‚Rating‘ 2000 Teilnehmer zu ihrer Meinung über religiöse Organisationen mit Verbindungen zu Russland und deren Aktivitäten in der Ukraine. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Mehrheit, die den Bruch mit der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) und ein Verbot der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK-MP) befürwortet.
Im Einzelnen ergab die Erhebung folgende Werte:
- 80 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Abkopplung der UOK von der ROK aus.
- 62 Prozent fordern ein Verbot von Organisationen, die mit dem Aggressorstaat in Verbindung stehen.
- 57 Prozent unterstützen ein Verbot der UOK unter der Führung von Metropolit Onufrij.
- 67 Prozent plädieren für Sanktionen gegen den Metropoliten.
- Metropolit Epifanij genießt mit 47 Prozent das höchste Vertrauen, während nur 3 Prozent der Befragten dem Patriarchen der ROK, Kirill, vertrauen.
Die Gründung der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) bewerten 60 Prozent der Ukrainer positiv. 54 Prozent der Befragten befürworten zudem eine Vereinigung der OKU und der UOK zu einer einzigen orthodoxen Landeskirche. Laut 79 Prozent der Teilnehmer soll der Staat einschreiten und religiöse Organisationen regulieren, wenn diese eine Gefahr für das Land darstellen. Gleichzeitig empfinden 68 Prozent der Ukrainer die Religionsfreiheit im Land als hoch.
Verbot der ROK in der Ukraine und politische Maßnahmen
In der Ukraine sind aktuell 6.500 Geistliche aus religiösen Organisationen, die als kritische Infrastruktur eingestuft werden, vom Militärdienst freigestellt. Ein wichtiger Meilenstein wurde im August 2024 erreicht, als das Parlament ein Gesetz zum Verbot der ROK in der Ukraine verabschiedete. Dazu erklärt Wiktor Jelenskyj:
„Religiöse Organisationen, die zur Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats gehören, können nicht als strategisch eingestuft werden, und ihre Priester erhalten keine Zurückstellung vom Dienst.“
Die Umfrage verdeutlicht einen tiefgreifenden Wandel im Bewusstsein der ukrainischen Gesellschaft gegenüber russlandnahen religiösen Gruppen und deren Einfluss auf die nationale Sicherheit. Die wachsende Zustimmung zu einem Verbot der UOK-MP zeigt, dass die Ukrainer sich zunehmend von russischen Strukturen distanzieren wollen – insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges. Die Verabschiedung von Gesetzen zur Regulierung religiöser Organisationen unterstreicht zudem die Bereitschaft des Staates, auf sicherheitspolitische und identitätsbezogene Herausforderungen zu reagieren.
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