Gefangener ukrainischer Soldat: Harry Potter als Hoffnungsschimmer in russischer Haft.

Gefangener ukrainischer Soldat: Harry Potter als Hoffnungsschimmer in russischer Haft
Gefangener ukrainischer Soldat: Harry Potter als Hoffnungsschimmer in russischer Haft

Ein Gefangener erzählt seinen Kameraden von Harry Potter

Nach Angaben von TSN.ua: Seit fast vier Jahren befindet sich der ukrainische Marineinfanterist Oleksandr Iwanow in russischer Kriegsgefangenschaft. Seine Frau Nelly wandte sich nun mit einem bewegenden Brief an die Autorin Joanne K. Rowling. Darin schildert sie, wie ihr Mann, ein leidenschaftlicher Fan der Buchreihe, seinen Mitgefangenen in der Haft die Geschichten um Harry Potter erzählt, um ihren Durchhaltewillen zu stärken. Der als "Potterman" bekannte Oleksandr habe die Bücher unzählige Male gelesen – eine geistige Stütze in der extremen Situation.

Jahre der Ungewissheit

Das letzte Lebenszeichen von Oleksandr Iwanow an seine Familie datiert vom 12. April 2022. Zuvor hatte er sie am 25. Januar 2022 ein letztes Mal persönlich getroffen. Mittlerweile verbringt er sein zweites Jahr in einer Strafkolonie in Mordwinien. Seine Frau und der gemeinsame achtjährige Sohn Dmytro warten seither auf seine Rückkehr. Die Harry-Potter-Saga ist ein fester Bestandteil der Popkultur und bietet in dieser Extremsituation einen mentalen Fluchtpunkt.

In ihrem Schreiben an die britische Autorin führt Nelly aus:

„Sehr geehrte Joanne, ich schreibe Ihnen im Namen meines Mannes, der in einer Gefangenschaft lebt, die schlimmer ist als Askaban.“

Oleksandr teilt die Abenteuer aus Hogwarts mit seinen Leidensgenossen, um die Moral aufrechtzuerhalten. Die Aussichtslosigkeit der Lage bringt er in einer Nachricht an seine Frau auf den Punkt: „Es ist aus. Wir haben nichts mehr, wir wissen nicht, was wir tun sollen.“

Sein Sohn Dmytro lässt keine Gelegenheit aus, seine Sehnsucht auszudrücken:

„Sascha Iwanow, komm nach Hause!“

Die Geschichte zeigt nicht nur das Leid der Familie, sondern auch die Kraft menschlicher Verbindung unter unmenschlichen Bedingungen.

Dieser Einzelfall steht beispielhaft für das Schicksal Tausender ukrainischer Kriegsgefangener und deren Familien. Der Brief unterstreicht, wie Literatur und geteilte Geschichten in der Isolation zu einem lebenswichtigen Rettungsanker werden können. Er wirft zudem ein Schlaglicht auf die humanitäre Krise und die prekären Menschenrechtslagen in Gefangenenlagern, die über den Ukraine-Konflikt hinaus ein drängendes globales Problem darstellen.


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