Schluss mit Steuerfreiheit: Ukraine besteuert Pakete aus dem Ausland ab dem ersten Cent.
Drei Gesetzesentwürfe der ukrainischen Regierung
Nach Angaben von TSN.ua: Am 30. März 2023 hat das ukrainische Kabinett drei Gesetzesentwürfe verabschiedet, die die Besteuerung digitaler Plattformen, internationaler Paketsendungen und die Verlängerung des Militärzuschlags betreffen. Ein zentrales Dokument ist der Entwurf Nr. 15112. Dieser sieht vor, dass ab dem 1. Januar 2027 auf alle nach Ukraine eingeführten Waren unabhängig von ihrem Wert die Mehrwertsteuer (MwSt.) erhoben wird. Bislang dürfen Sendungen mit einem Wert von bis zu 150 Euro zoll- und mehrwertsteuerfrei ins Land gebracht werden.
Die neuen Steuerregeln im Detail
Künftig wird die MwSt. auf sämtliche Waren vom ersten Cent an fällig. Die bisherige Steuerbefreiung für Pakete gilt jedoch nicht für Sendungen, die folgende Güter enthalten:
- verbrauchsteuerpflichtige Waren;
- Parfüm (über 50 g);
- Eau de Toilette (über 0,25 l);
- Kaffee (über 500 g);
- Tee (über 100 g).
Nach Schätzungen wird die fiskalische Wirkung der neuen Regelung rund 12 Milliarden Griwna pro Jahr betragen. Zusätzlich ist vorgesehen, dass ab dem 1. Juni 2026 für kleine Pakete mit einem Wert bis zu 150 Euro eine feste Gebühr von 3 Euro erhoben wird. Diese Anpassung folgt einer ähnlichen Praxis in der Europäischen Union, wo seit dem 1. Juli 2021 die MwSt.-Befreiung für Importe unter 22 Euro abgeschafft wurde. Die Änderungen zielen darauf ab, die Steuerlücken zu schließen und die Einnahmen des Staates zu erhöhen.
Mit der Verabschiedung dieser Entwürfe verändert die Ukraine ihre Herangehensweise an die Besteuerung von Importwaren grundlegend. Dies könnte den Markt für Konsumgüter und die Aktivität von Importeuren spürbar beeinflussen. Die Streichung der bisherigen Vergünstigungen könnte bei bestimmten Produkten, die unter die neuen Vorschriften fallen, zu Preissteigerungen führen. Gleichzeitig spiegelt die Einführung der Pauschalgebühr für kleine Pakete den Trend zur Angleichung der Steuervorschriften an europäische Standards wider, was unter den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zur Stabilisierung des Staatshaushalts beitragen könnte.
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