In Afrika wurde die älteste Beisetzung gefunden: Ein Ritual aus der 9500 Jahre alten Vergangenheit enthüllt ein Geheimnis.
Nach Angaben von ТСН: Archäologen entdeckten in Malawi das älteste bekannte Bestattungsfeuer auf dem Kontinent. Vor etwa 9500 Jahren führten eine Gruppe von Jägern und Sammlern ein kompliziertes Kremationsritual für eine erwachsene Frau durch, was der erste dokumentierte Fall eines solchen Rituals in dieser Region ist.
Die Forschung wurde von einem internationalen Team von Wissenschaftlern durchgeführt und die Ergebnisse wurden auf der Webseite der Yale-Universität veröffentlicht.
Die Ausgrabungen fanden am Fuße des Berges Khora statt, wo der Granithügel über Jahrtausende hinweg für Bestattungen genutzt wurde. Während der Arbeiten entdeckten die Forscher eine Schicht aus Asche mit Fragmenten menschlicher Überreste.
Für die Analyse der Umstände verwendeten die Wissenschaftler moderne Methoden der mikroskopischen Analyse und Bioarchäologie. Es stellte sich heraus, dass es sich nicht um eine zufällige Kremation handelte, sondern um ein absichtliches Ritual.
Die Analyse der Knochen zeigte, dass die einäscherten Person eine kleine Frau im Alter zwischen 18 und 60 Jahren war. Ihr Körper wurde kurz nach dem Tod bei extrem hohen Temperaturen – über 500 °C – verbrannt. Für das Feuer waren mindestens 30 Kilogramm Holz und Gras erforderlich, was erheblichen Aufwand erforderte.
Es ist bemerkenswert, dass das Fehlen bestimmter Teile des Skeletts Fragen aufwarf.
„Es ist merkwürdig, aber im Feuer gab es keine Fragmente von Zähnen oder Schädelknochen. Da diese Teile normalerweise während der Kremation erhalten bleiben, glauben wir, dass der Kopf vor der Einäscherung entfernt worden sein könnte“, sagte die Mitautorin der Studie, Elizabeth Savchuk.
Warum diese Entdeckung wichtig ist
Früher wurde angenommen, dass Jäger und Sammler solche ressourcenintensiven Rituale nicht durchführten. Doch diese Entdeckung zwingt dazu, die Vorstellungen vom sozialen Leben der frühen Menschen zu überdenken.
Wissenschaftler glauben, dass die Frau in ihrer Gemeinschaft einen besonderen Status gehabt haben könnte, da bei anderen Verstorbenen in diesem Gebiet ähnliche Verfahren nicht durchgeführt wurden. Darüber hinaus wurden unter der Asche auch steinerne Werkzeuge gefunden, die möglicherweise als Grabgeschenke dienten.
Dieser Fund in Malawi fügt dem Verständnis der alten Kulturen und Rituale neue Facetten hinzu. Solche archäologischen Entdeckungen helfen den Wissenschaftlern, die sozialen Strukturen und Rituale besser zu verstehen, die möglicherweise vor Tausenden von Jahren stattfanden. Sie bezeugen auch die Komplexität und Vielfalt des Lebens der primitiven Gemeinschaften, die möglicherweise einzigartige Traditionen und Rituale entwickelt hatten.
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