Epiphyse: Wie Descartes sich über das Zentrum der Seele irrte und was diese Drüse tatsächlich macht.
Nach Angaben von ТСН: Die Zirbeldrüse, trotz ihrer geringen Größe, hat eine große Bedeutung. Über Jahrhunderte hinweg zog sie die Aufmerksamkeit von Philosophen und Mystikern auf sich. Zum Beispiel betrachtete René Descartes sie als "Zentrum der Seele". Moderne wissenschaftliche Forschungen haben jedoch gezeigt, dass ihre Hauptrolle in der Regulierung des zirkadianen Rhythmus und der Produktion von Melatonin liegt.
Darüber wird in einer Studie berichtet, die im Journal of the History of the Neurosciences veröffentlicht wurde.
Historische Ansichten zur Epiphyse
Im 17. Jahrhundert betrachtete René Descartes die Epiphyse als den einzigen Kanal, über den der physische Körper mit der immateriellen Seele interagiert. In seiner Abhandlung "Die Leidenschaften der Seele" beschrieb er diese Drüse als Zentrum zur Integration sensorischer Informationen und als "Hauptquartier der Seele". Moderne Neurowissenschaftler haben jedoch diese Theorien widerlegt und bestätigt, dass die Epiphyse die Funktion der Regulierung der biologischen Uhr ohne jeglichen magischen oder spirituellen Kontext erfüllt.
Descartes behauptete außerdem, dass die Epiphyse Informationen, die vom Sehen, Hören und Tasten kommen, in ein einheitliches Wahrnehmung für die Seele integriert.
Mystische Ansichten zur Epiphyse
Im Jahr 1888 verband die Mystikerin Helena Blavatsky die Epiphyse mit dem "dritten Auge" des Ajna-Chakras, doch diese Annahmen finden keine Bestätigung in alten Texten.
In den 1920er Jahren äußerte Rudolf Steiner die Meinung, dass die Verkalkung der Epiphyse ein Zeichen spiritueller Energien sei und behauptete, dass Personen ohne Kalzit „nicht in der Lage sind, mit höheren Kräften zu interagieren“.
Moderne Wissenschaft hat jedoch bewiesen, dass die Verkalkung ein natürlicher Alterungsprozess der Drüse ist, ohne jeglichen Zusammenhang mit der Fähigkeit zu spirituellen Kontakten.
Forscher berichten, dass die Popularität und Autorität von Descartes zur Entstehung vieler pseudowissenschaftlicher und esoterischer Mythen beigetragen hat, die seit über 380 Jahren aktuell sind.
Es wurde zuvor berichtet, dass Wissenschaftler Beweise gefunden haben, die darauf hindeuten, dass die "Seele" den Körper nach dem Tod verlässt.
Somit bleibt die Epiphyse im Fokus sowohl aus der Perspektive der Geschichte der Philosophie und Mystik als auch im Kontext moderner wissenschaftlicher Forschungen. Trotz des Einflusses alter Glaubensvorstellungen helfen neueste Entdeckungen, ihre biologischen Funktionen besser zu verstehen, was neue Horizonte in der Forschung zum menschlichen Gehirn und Bewusstsein eröffnet.
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