Britische Marine könnte russische Tanker beschlagnahmen: Das steckt hinter den Plänen.
Marineeinsatz gegen Schattenflotte geplant
Nach Angaben von TSN.ua: Als Reaktion auf Drohungen aus Moskau prüft die britische Regierung die Beschlagnahme von Tankern, die mit Russland in Verbindung stehen. In Gesprächen mit NATO-Partnern und in Briefings für das Parlament wurden bereits militärische Optionen zur Festsetzung der Schiffe erörtert. Einheiten der Royal Marines warten Berichten zufolge 'ungeduldig' auf einen entsprechenden Einsatzbefehl.
Umfang und Routen der Schattenflotte
Laut Lloyd’s List Intelligence wurden im Januar 2023 im Ärmelkanal und in der Ostsee 23 Schiffe einer sogenannten Schattenflotte identifiziert. Diese Schiffe führen gefälschte oder manipulierte Flaggen, was ihre rechtliche Zuordnung fragwürdig macht. Der Großteil dieser Flotte ist am Export russischen Öls in folgende Länder beteiligt:
- China
- Indien
- Türkei
Dies unterstreicht die strategische Bedeutung der Schiffe für die Umgehung internationaler Sanktionen.
Hintergrund sind die von der G7, Australien und der EU Anfang Dezember 2022 eingeführten Ölpreisobergrenzen. Für russisches Rohöl gilt eine Grenze von 60 US-Dollar pro Barrel. Seit dem 5. Februar 2023 gelten zudem Preislimits für russische Ölprodukte: Für Dieselkraftstoff liegt die Obergrenze bei 100 Dollar, für verschiedene Schmieröle bei 45 Dollar pro Barrel. Die operative Kontrolle über viele dieser Schiffe liegt bei dem russischen Staatskonzern Sovcomflot, was die Durchsetzung der Sanktionen zusätzlich erschwert.
Eine Beschlagnahmung der Tanker wäre somit ein deutlicher Schritt, um die Umgehungsmechanismen für russisches Öl zu stören. Sie spiegelt das Bestreben Großbritanniens und seiner Verbündeten wider, den Druck auf Moskau zu erhöhen. Solche Maßnahmen könnten die Spannungen zwischen dem Westen und Russland weiter eskalieren lassen und gleichzeitig die Stabilität des globalen Ölmarktes beeinflussen.
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