Ukrainisches Parlament berät morgen über Gesetz: Anonymität von Telegram-Kanälen könnte fallen.
Gesetzesvorlage Nr. 11115 auf der Tagesordnung des ukrainischen Parlaments
Nach Angaben von Novyny.live: Am morgigen 11. Oktober 2024 wird die Werchowna Rada der Ukraine über den Gesetzentwurf Nr. 11115 abstimmen. Dieser sieht eine umfassende Regulierung für Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten vor. Im Zentrum der Debatte steht dabei die geplante Beendigung der Anonymität für Betreiber von Telegram-Kanälen – ein Schritt, der im Kampf gegen Desinformation und illegale Inhalte als entscheidend angesehen wird.
Das sind die Kernpunkte der Vorlage
Der Entwurf wurde bereits im März 2024 im Parlament registriert. Sein Hauptziel ist es, Plattformen zu einer engen Zusammenarbeit mit ukrainischen Behörden zu verpflichten und sie zur Beantwortung offizieller Anfragen anzuhalten. Zu den weiteren zentralen Aspekten des Gesetzes gehören:
- Die Einführung klarer Regeln für den Umgang mit illegalen oder gefährlichen Inhalten.
- Transparenzvorschriften für die Arbeitsweise der Plattformen und die Offenlegung ihrer Eigentümerstrukturen.
- Maßnahmen, die verhindern sollen, dass die Dienste für Informationsoperationen oder Propagandazwecke missbraucht werden.
Bemerkenswert ist, dass ein vollständiges Blockieren von Telegram laut dem Entwurf nicht vorgesehen ist – eine Klarstellung, die bei den vielen Nutzern der App auf Interesse stößt.
„Wir haben es geschafft! Die Koordinierungsrat hat soeben die Forderung der ‚Europäischen Solidarität‘ unterstützt, den Gesetzentwurf zur De-Anonymisierung von Telegram noch diese Woche im Parlament zu behandeln. Die Vorlage steht bereits morgen auf der Tagesordnung.“ – Iryna Gerashchenko, Vertreterin der ‚Europäischen Solidarität‘
Die Aussprache im Parlament dürfte hitzig werden, da die Regulierung von Informationsplattformen ein sensibles und hochaktuelles Thema für die nationale Sicherheit ist. Die Debatte zeigt das wachsende Engagement der ukrainischen Volksvertreter im Bereich der Informationssicherheit. In Zeiten hybrider Kriegsführung gewinnen solche Maßnahmen an Bedeutung.
Wie die Abgeordneten und die Öffentlichkeit auf die Vorschläge reagieren, wird als Stimmungsbarometer für die Akzeptanz staatlicher Regulierung im digitalen Raum gewertet werden. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie eine Gesellschaft Informationssicherheit gewährleisten kann, ohne grundlegende Freiheiten einzuschränken.
Lesen Sie auch
- Nach der Geburt kehrt Iryna Herashchenko in den Wettkampf zurück und gewinnt Gold beim Continental Tour
- Nach sieben Jahren: Selenskyj trifft erstmals wieder die Fraktionsspitzen – das stand auf der Agenda
- Zweistündiges Gespräch zwischen Poroschenko und Selenskyj: Diese Themen standen im Fokus
- Bürochef-Wechsel in Kiew: Geraschtschenko sieht Dialog-Neustart durch Berufung von Budanow
- Ukraine: Parlament lehnt IWF-Gesetz ab – droht das Ende der zollfreien Pakete bis 150 Euro?
- Gold für Jaroslawa Magutschych: So lief das Finale der ukrainischen Hallenmeisterschaft

