Kriegsfolgen erreichen Russland: Bombenfund und Energiekrise im Süden.
Folgen des Ukraine-Krieges treffen nun auch russische Regionen
Nach Angaben von UATV: Die Auswirkungen des von Russland begonnenen Krieges gegen die Ukraine sind zunehmend auch auf russischem Territorium spürbar. Am 5. Januar 2023 warf ein russischer Bomber eine 500-Kilogramm-Luftbombe des Typs FAB-500 über der Stadt Belgorod ab. Der Blindgänger wurde erst am 21. Januar 2023 entdeckt. Die Behörden sperrten daraufhin große Teile der Stadt und evakuierten vorübergehend fast 2000 Anwohner. Dieser Vorfall verdeutlicht, wie militärische Risiken in den Heimatraum zurückkehren.
Seit dem 8. Januar 2023 herrscht in der Region Belgorod zudem eine schwere Energiekrise. Rund 600.000 Menschen sind dort ohne Strom, Heizung und fließendes Wasser. Diese Versorgungskrise ist nicht allein auf Kampfhandlungen zurückzuführen, sondern auch auf wirtschaftliche Schwierigkeiten. Wie der ukrainische Auslandsgeheimdienst berichtet, sind die Einnahmen russischer Regionen durch den Verfall der Preise für Kohle, Öl und Metalle stark gesunken. Die Infrastruktur leidet unter den indirekten Kriegsfolgen.
Zusammenbruch von Versorgung und Sicherheit
Der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, beschrieb die Lage als
„äußerst schwierig“. In Nowaja Adygeja traf eine russische Flugabwehrrakete ein Wohnhaus, beschädigte 25 Wohnungen und verletzte mehrere Personen. Die Gesamtverluste der russischen Armee in der Ukraine haben mittlerweile die Marke von 1 Million 232.000 Soldaten überschritten – ein Indiz für die Intensität der Kämpfe.
Die militärische Erschöpfung zeigt sich auch bei der Truppenaufstellung: Statt der geplanten 17 neuen Divisionen konnte Russland im Jahr 2025 nur vier aufstellen. Zudem verhängte der Kreml ein Benzin-Exportverbot bis zum 1. März 2026, was die Lage im Energiesektor weiter verschärfen dürfte. Ein alarmierendes Sicherheitsproblem offenbarten 143 Fälle von außer Kontrolle geratenen Munitionen allein im Jahr 2025. Die inneren Verwundbarkeiten nehmen zu, während der Krieg andauert.
Die ursprünglich nach außen getragene militärische Aggression wirkt somit zunehmend auf die russische Gesellschaft zurück. Die Bevölkerung sieht sich mit den Konsequenzen von Versorgungsengpässen, Sicherheitsrisiken und wirtschaftlichem Druck konfrontiert. Diese Entwicklungen könnten die Stabilität der politischen Führung langfristig herausfordern, da die Belastungsgrenzen der Zivilbevölkerung sichtbar werden.
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