Denkmalschutz in Gefahr: Feuchtigkeit bedroht Odesas Herzog von Richelieu.

Denkmalschutz in Gefahr: Feuchtigkeit bedroht Odesas Herzog von Richelieu
Denkmalschutz in Gefahr: Feuchtigkeit bedroht Odesas Herzog von Richelieu

Der gefährdete Bronzeguss

Nach Angaben von Novyny.live: Der berühmte Herzog-von-Richelieu-Brunnen auf dem Primorsky-Boulevard in Odessa ist durch seinen eigenen Schutz gefährdet. Die Sandsäcke, die das Denkmal seit Kriegsbeginn vor Raketenangriffen schützen sollen, haben über die Jahre Feuchtigkeit gesammelt und sind schwer geworden. Ohne eine trennende Schutzschicht zwischen den Säcken und der Bronze könnte das Metall korrodieren. Die Denkmalexpertin Mariya Yanushkevych erklärt:

«Feuchtigkeit in den Säcken ist problematisch. Die Bronze könnte an der Oberfläche korrodieren. Das ist nicht kritisch – man kann sie reinigen.» - Mariya Yanushkevych

Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer regelmäßigen Kontrolle und angemessener Schutzmaßnahmen.

Wie der Schutz richtig funktioniert

Ein fachgerechter Schutz für solche Denkmäler sieht eine mehrschichtige Isolierung vor:

  • Zuerst eine Umwicklung mit Stoff,
  • darüber eine wasserdichte Folie,
  • und erst dann die Sandsäcke.

«Mit dieser Schichtung aus Stoff, Folie und dann erst Säcken passiert dem Denkmal nichts», so Yanushkevich.

Ein weiteres Problem ist der natürliche Zerfall des Schutzmaterials selbst. Die Expertin warnt: «Mit der Zeit zerfallen diese Säcke zu Staub und bröckeln einfach. Wer das wie macht, muss ebenfalls kontrolliert werden.» Nicht nur das Metall, auch die schützenden Materialien bedürfen also der Aufmerksamkeit.

Parallel dazu wartet die Stadtverwaltung von Tatarbunary in der Region Odessa auf eine fachliche Stellungnahme des Ukrainischen Instituts für Nationales Gedenken zum möglichen Abbau eines Puschkin-Denkmals. Dies zeigt, dass auf kommunaler Ebene aktiv am Erbe gearbeitet wird, auch wenn die Situation des Richelieu-Denkmals in Odessa dringendes Handeln erfordert.

Der Fall des Herzog-von-Richelieu-Denkmals verdeutlicht die komplexe Herausforderung, Kulturgüter im Krieg zu bewahren. Der richtige Schutz erfordert Fachwissen und kontinuierliche Pflege. Die Diskussion um den Erhalt historischer Objekte gewinnt in der Ukraine zunehmend an Bedeutung, während lokale Behörden wie in Tatarbunary zeigen, dass sie sich dieser Verantwortung stellen.


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