Entlassung droht: Selenskyj soll EU-Minister wegen schleppender Reformen feuern.
Kritik an Taras Kachkas Arbeit
Nach Angaben von Espreso.tv: Marta Bohuslawez, Leiterin des Antikorruptionszentrums 'MEZHA', äußerte sich zu den Gerüchten um eine möglichen Abberufung von Taras Kachka. Der für die europäische Integration zuständige Minister stehe wegen der mangelhaften Umsetzung eines Zehn-Punkte-Reformplans in der Kritik. Kachka hatte diesen Fahrplan gemeinsam mit EU-Kommissarin Marta Kos im Dezember 2025 unterzeichnet. Nach einer Bewertung der EU-Kommission liegt der Fortschritt jedoch Anfang Juli bei lediglich rund 15 Prozent.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Ziel ausgegeben, dass die Ukraine bis 2027 der Europäischen Union beitreten soll. Vor diesem Hintergrund wurde am 14. Juli 2023 das sechste Verhandlungskapitel zur Außenpolitik eröffnet. Dennoch zeigt sich die Öffentlichkeit unzufrieden mit der Arbeit des Ministers, wie Bohuslawez betont.
„Es kursieren tatsächlich Informationen, dass der Präsident nicht beabsichtigt, Taras Kachka im Amt des Ministers zu belassen.“ – Marta Bohuslawez
Bohuslawez zufolge wäre es jedoch unfair, die alleinige Verantwortung für das Scheitern des Plans dem Minister zuzuschreiben:
„Es ist nicht gerechtfertigt, die Schuld dafür, dass nicht alle Kapitel gleichzeitig eröffnet wurden, vollständig dem Minister zu geben.“Sie fügte hinzu, dass Selenskyj vermutlich nicht primär die Nichterfüllung des Kachka-Kos-Plans umtreibe. Die Situation bleibt brisant, da die Umsetzung der vereinbarten Reformen als entscheidender Schritt auf dem Weg zur europäischen Integration der Ukraine gilt.
Bedeutung der Reformumsetzung
Der Fall Taras Kachka unterstreicht, wie entscheidend der Reformfortschritt für die europäische Perspektive der Ukraine ist. Um das selbstgesteckte Ziel eines EU-Beitritts bis 2027 zu erreichen, muss das Land deutliche Erfolge bei der Umsetzung vorweisen. Angesichts der öffentlichen Kritik und möglicher personeller Konsequenzen durch den Präsidenten könnten die anstehenden Entscheidungen über Ministerposten den weiteren Verlauf des Integrationsprozesses maßgeblich beeinflussen.
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