Diplomat Mahnt nach Rückgabe des polnischen Ordens durch Selenskyj: Kein „Flashmob“-Verhalten.
Der Fall um den Orden des Weißen Adlers
Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Diplomat Walerij Tschalyj unterstützt die Entscheidung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, den Orden des Weißen Adlers an Polen zurückzugeben. Er betont, dass Streitigkeiten auf diplomatischem Wege gelöst werden müssen. Der Hintergrund dieser Entwicklung ist eine Reihe von Handlungen, die mit der Benennung einer ukrainischen Einheit nach Helden der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) zusammenhingen.
Am 26. Mai 2023 unterzeichnete Selenskyj ein Dekret, mit dem dem Sonderkommando „Piwitsch“ der Ehrenname „Helden der UPA“ verliehen wurde. Dieser Schritt rief in Polen Ablehnung hervor. Daraufhin kündigte Karol Nawrocki am 29. Mai 2023 an, Selenskyj den Orden des Weißen Adlers aberkennen zu wollen, und setzte dies am 19. Juni 2023 um. Bereits am 20. Juni 2023 äußerte sich Selenskyj erstmals dazu und erklärte, er habe die Auszeichnung zurückgeschickt.
Verzicht auf Auszeichnungen
Mehrere ukrainische Amtsträger folgten diesem Beispiel und lehnten polnische Orden ab:
- Kyrylo Budanow verzichtete auf das Goldene Offizierskreuz des Ordens „Verdienst um die Republik Polen“.
- Andrij Sybiha kündigte an, das Komturkreuz mit Stern des Ordens „Verdienst um die Republik Polen“ zurückzugeben.
- Wassyl Bodnar lehnte eine polnische Auszeichnung ebenfalls ab.
Walerij Tschalyj: „Ich bin der Meinung, dass eine Fortsetzung dieser Art von ‚Flashmob‘ unseren Zielen schaden würde.“
Er fügte hinzu, dass er seinen eigenen Orden nicht zurückgeben werde, da er ihn „genau für den Aufbau der Beziehungen“ erhalten habe. Zudem bezeichnete er die Haltung, „dass man uns die Bedingungen diktieren müsse“, als inakzeptabel.
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk stellte klar, dass „die Verantwortung für die Lösung der Situation zwischen Kiew und Warschau bezüglich der nach den Helden der UPA benannten Einheit allein bei der ukrainischen Seite liegt“. Diese Aussagen verdeutlichen, wie angespannt die Beziehungen zwischen beiden Ländern derzeit sind.
Die Vorfälle zeigen die wachsenden Spannungen zwischen der Ukraine und Polen, die durch historische und politische Differenzen entstanden sind. Obwohl beide Seiten nach einem Kompromiss suchen, wird deutlich, dass nur ein offener Dialog und diplomatische Schritte zu einer Stabilisierung der bilateralen Beziehungen führen können. Die Kontroverse unterstreicht, wie wichtig es ist, historische Zusammenhänge in den heutigen zwischenstaatlichen Beziehungen zu berücksichtigen.
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