Zelenskyj fordert mehr europäische Verteidigung – bietet ukrainische Hilfe bis Grönland an.
Kritik an Europas Sicherheitspolitik
Nach Angaben von TSN.ua: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos am 22. Januar die europäischen Staaten für mangelnde Verteidigungsanstrengungen kritisiert. Er warf ihnen vor, die notwendigen Standards in der militärischen Vorbereitung nicht zu erreichen und bot zugleich die Unterstützung der Ukraine an, um russische Kriegsschiffe sogar in Gewässern bei Grönland zu stoppen.
Selenskyj verwies darauf, dass Europa lediglich 30 bis 40 Soldaten nach Grönland entsandt habe – eine Zahl, die nach seiner Ansicht völlig unzureichend für die Sicherheit in der Region sei. Der Präsident betonte, dass die meisten Länder nicht einmal versucht hätten, fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben.
„Bevor Amerika Druck auf Europa ausübte, haben die meisten Länder nicht einmal versucht, die Fünf-Prozent-Marke zu erreichen“ – Wolodymyr Selenskyj
Er machte deutlich, dass eine so kleine Truppenstärke keinen wirksamen Schutz vor potenziellen Bedrohungen durch Russland oder China bieten könne.
„30 oder 40 Soldaten schützen überhaupt nichts“ – Wolodymyr Selenskyj
Vor diesem Hintergrund erklärte Selenskyj, die Ukraine verfüge über das notwendige Know-how und die Waffensysteme, um russischen Kriegsschiffen entgegenzutreten. „Wenn russische Kampfschiffe frei um Grönland herumfahren, kann die Ukraine helfen“, so sein Angebot. Diese Aussage unterstreicht die paradoxe Situation, in der ein direkt angegriffenes Land dem vermeintlich sicheren Europa Sicherheitsgarantien anbietet.
Selenskyj fügte hinzu, dass das Problem mit russischen Schiffen bereits gelöst wäre, wenn die Ukraine Mitglied der NATO wäre. Damit betonte er sowohl die Dringlichkeit einer gestärkten europäischen Verteidigung als auch die Bereitschaft seines Landes, einen aktiven Beitrag dazu zu leisten.
Europas militärische Schwäche im Fokus
Die Äußerungen des Präsidenten spiegeln die zunehmend angespannte Sicherheitslage in Europa wider, die durch die aggressive Politik Russlands und das wachsende Auftreten Chinas verschärft wird. Die mangelnde militärische Vorbereitung vieler europäischer Staaten rückt damit immer stärker in den kritischen Blickpunkt.
Das Kooperationsangebot der Ukraine im Sicherheitsbereich zeigt zudem das Bestreben Kiews, eine aktivere Rolle in der internationalen Sicherheitsarchitektur zu spielen und die Bindungen zu europäischen Partnern weiter zu festigen.
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