Zelenskyj: Gemeinsame EU-Armee soll NATO ergänzen, nicht ersetzen.
Ukrainischer Präsident befürwortet europäische Streitkräfte
Nach Angaben von Novyny.live: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für die Schaffung gemeinsamer europäischer Streitkräfte ausgesprochen. Bei einem Pressegespräch am 20. Januar betonte er jedoch, dass diese kein Ersatz für das NATO-Bündnis sein dürften. Vielmehr gehe es darum, eine schlagkräftige Truppe aufzustellen, die zeitgemäß auf Sicherheitsbedrohungen – insbesondere durch Russland – reagieren könne. Diese Initiative fällt in eine Phase, in der Europa über seine strategische Autonomie und Verteidigungsfähigkeit intensiv diskutiert.
Als Begründung verwies Selenskyj auf die russischen Aufrüstungspläne: Moskau beabsichtige, bis 2030 seine Truppenstärke auf 2 bis 2,5 Millionen Soldaten zu erhöhen. Als Antwort darauf schlug er europäische Streitkräfte mit einer Mindeststärke von 3 Millionen Personen vor. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Präsident das Thema auf internationalen Foren in Davos und München angesprochen. Seiner Einschätzung nach sind seitdem jedoch keine konkreten Schritte zur Umsetzung erfolgt.
Technologie und Logistik als Schlüssel
Laut Selenskyj zielt der Vorschlag nicht darauf ab, die NATO zu schwächen oder in Konkurrenz zu den USA zu treten. Stattdessen hob er die Bedeutung von Technologietransfer und gemeinsamer Infrastruktur hervor. Dazu zählte er europäische Waffenlager, Luftabwehrsysteme und Technologieentwicklung. Die Ukraine sei bereit, eine Schlüsselrolle in einem solchen Projekt zu übernehmen und damit ihren Beitrag zur europäischen Sicherheitsarchitektur zu leisten.
Die Initiative des Präsidenten spiegelt die wachsende Besorgnis über die Sicherheitslage in Europa wider, insbesondere vor dem Hintergrund der aggressiven russischen Politik. Gemeinsame europäische Streitkräfte könnten die Verteidigungsfähigkeit der Region stärken und die militärische Zusammenarbeit vertiefen. Gleichzeitig unterstreicht der Vorschlag die Notwendigkeit, die engen Bindungen zur NATO und die transatlantische Sicherheitspartnerschaft mit den USA aufrechtzuerhalten.
Lesen Sie auch
- Bis 2028: Russland könnte die baltischen Staaten angreifen – neue Bedrohungslage im Überblick
- Ukrainische Drohneneinheiten übernehmen Feuerkontrolle über den Flughafen Donezk
- Offener Brief an Putin: Selenskyj fordert Ende des Krieges und schlägt Friedensgespräche vor
- Appell an Putin: Selenskyj fordert Ende des Krieges – das sind die Vorschläge aus Kiew
- Selenskyj bittet Putin um Gespräch: Vorschlag zur Kriegsbeendigung per Brief
- Selenskyj signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Putin: Verbündete suchen diplomatischen Ausweg

