Kreml-Chef fürchtet neue Einberufungswelle: Russische Armee gerät zunehmend unter Druck.
Lage an der Front und Wehrpflicht in Russland
Nach Angaben von Espreso.tv: In einem Beitrag für den Atlantic Council beschreibt der Analyst Mykola Bjeljeskow die wachsenden Probleme der russischen Streitkräfte. Die Armee erlebe schwere Verluste, während der Kreml Schwierigkeiten habe, Freiwillige zu rekrutieren oder eine erneute Mobilmachung durchzusetzen. Russlands Offensivtempo lasse nach, was durch die hohen Verluste auf dem Schlachtfeld unterstrichen werde. Erschwerend komme hinzu, dass ukrainische Drohnen die Nachschubwege der Invasoren massiv störten und die besetzte Krim blockierten.
Die im Jahr 2022 durchgeführte Mobilmachung habe in der Bevölkerung äußerst negative Reaktionen ausgelöst – ein ernstes Risiko für Präsident Wladimir Putin. Nach der Ankündigung der Einberufungen flohen bis zu einer Million wehrpflichtige Männer aus Russland, was die mangelnde Bereitschaft der Bürger zeige, sich am Krieg zu beteiligen. Seit Mai 2023 setzt Moskau auf eine verdeckte Mobilisierung, was die schwierige Lage weiter bestätigt.
Herausforderungen für den Kreml
Um den Mangel an Soldaten auszugleichen, setzte die Führung auf Freiwillige aus ethnischen Minderheiten und Häftlinge. Doch diese Methoden erschöpfen sich zunehmend. Die Rekrutierungszahlen sind um 20 Prozent gesunken, und erstmals zahlt Russland Bürgern Geld für die Teilnahme am Krieg – ein Zeichen verzweifelter Bemühungen, neue Kämpfer zu gewinnen.
Mykola Bjeljeskow merkt an: „Jeder Versuch, eine große Zahl Russen einzuziehen, würde diesen unausgesprochenen Pakt zerstören und könnte die Lage im Hinterland destabilisieren.“
Er weist zudem darauf hin, dass unzufriedene russische Wehrpflichtige eine Schlüsselrolle bei den Unruhen spielten, die 1917 zum Sturz des Zarenreiches führten. „Die Situation bleibt angespannt“, fasst der Experte zusammen und betont, dass die Aussichten für den Kreml ungewiss blieben.
Vor dem Hintergrund der Kampfhandlungen und der russischen Mobilisierungsbemühungen deuten diese Faktoren auf eine tiefe innere Krise hin. Die sinkende Moral unter den Soldaten und die Flucht vieler Wehrpflichtiger zeigen, vor welch ernsten Problemen der Kreml bei der Aufrechterhaltung seines Feldzugs steht. Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, könnte dies zu größeren sozialen Protesten und politischen Konsequenzen für die russische Führung führen.
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