Moskau zieht Belarus in den Krieg – Selenskyj nennt konkrete Beweise für Raketenunterstützung.
Kiews Sorge um die Rolle von Belarus im Ukraine-Krieg
Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat alarmierende Details zur wachsenden Verstrickung von Belarus in den russischen Angriffskrieg genannt. Er berichtete, dass auf belarussischem Territorium bereits vier russische Repeater-Stationen entdeckt wurden. Zudem sei die Lieferung von Treibstoff aus Belarus nach Russland drastisch gestiegen: Im Zeitraum von Januar bis Mai habe sich die Menge an Benzin verzwölffacht, bei Dieselkraftstoff habe sich der Wert verdreifacht. Diese Entwicklung wertet Selenskyj als klaren Beleg für die direkte Beteiligung Minsks.
Selenskyjs Vorwürfe und Lukaschenkas Reaktion
Bereits am 15. Mai hatte Selenskyj gewarnt, Russland versuche Belarus in den Krieg hineinzuziehen. Am 20. Juni bekräftigte er diese Einschätzung erneut. Interessant ist die zeitliche Nähe zu einer Entschuldigung von Alexander Lukaschenko am 15. Juni. Der belarussische Machthaber bat Selenskyj für seine harschen Äußerungen um Vergebung. Doch der ukrainische Präsident ließ dies nicht gelten und forderte Lukaschenko auf, „ehrlich“ zu sein, was den Krieg angehe.
„Jedes Unternehmen, das Komponenten für russische Waffen liefert, ist Teil der Kriegsbeteiligung von Belarus.“ Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj betonte zudem, dass Belarus durchaus in der Lage sei, „diese Ausrüstung zu demontieren“. Er erinnerte daran, dass von belarussischem Boden aus bereits in den ersten Kriegstagen Raketen abgefeuert wurden, die ukrainische Kinder und Erwachsene töteten. Die Aussagen des ukrainischen Staatschefs machen deutlich, wie ernst Kiew die zunehmende militärische und wirtschaftliche Kooperation zwischen Minsk und Moskau nimmt.
Die stetig steigenden Treibstofflieferungen aus Belarus nach Russland deuten auf eine immer engere Verflechtung beider Länder hin. Für die Ukraine bedeutet dies eine gefährliche Eskalation der regionalen Spannungen. Sollte Belarus seine Unterstützung für Russland weiter ausbauen, könnte dies das militärische Kräfteverhältnis im anhaltenden Kriegsgeschehen, das bereits seit Jahren andauert, maßgeblich verschieben.
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