Klimawandel als Kontinententreiber: Wie ausgetrocknete Seen Afrika auseinanderreißen.

Klimawandel als Kontinententreiber: Wie ausgetrocknete Seen Afrika auseinanderreißen
Klimawandel als Kontinententreiber: Wie ausgetrocknete Seen Afrika auseinanderreißen

Klima im Wandel, Kontinent in Bewegung

Nach Angaben von TSN.ua: Der Klimawandel hat in Ostafrika über Jahrtausende hinweg die tektonischen Kräfte massiv beschleunigt. Der Übergang von einem feuchten zu einem trockenen Klima ließ nicht nur Seen verschwinden, sondern trieb auch den geologischen Bruch des Kontinents voran. Forschungen belegen diesen direkten Einfluss auf die Bildung neuer Gräben und Verwerfungen.

Seit rund 5000 Jahren verliert Ostafrika zunehmend an Feuchtigkeit. Voraus ging die sogenannte Afrikanische Feuchtperiode, die von 9600 bis 5300 Jahren andauerte. Damals führte der Turkana-See, das größte Wüstengewässer der Welt, etwa 150 Meter mehr Wasser als heute. Seine Ausmaße sind beachtlich:

  • eine Länge von etwa 250 km,
  • eine Breite von bis zu 30 km,
  • und eine Tiefe von bis zu 120 Metern.

Mit dem Ende dieser feuchten Phase nahm die Geschwindigkeit, mit der sich die Erdspalten am Turkana-See auseinanderbewegen, im Schnitt um 0,17 Millimeter pro Jahr zu. Insgesamt driftet Afrika in dieser Region mit einer Rate von etwa 6,35 Millimetern jährlich auseinander. Der Geoforscher Christopher Scholz betont die Wechselwirkung: Die Ergebnisse zeigen einen beidseitigen Zusammenhang zwischen Klima und Tektonik. Seine Beobachtungen deuten darauf hin, dass sich die Rissbildung in der Erdkruste während dieser Phase deutlich intensivierte.

Langzeitstudie am Malawisee

Ein weiteres Forschungsprojekt am Malawisee soll diese Erkenntnisse vertiefen. Dort analysiert ein Team die Schwankungen des Wasserspiegels über die letzten 1,4 Millionen Jahre. Diese Langzeitdaten könnten den Schlüssel liefern, um den Einfluss klimatischer Veränderungen auf Prozesse in der Erdkruste noch besser zu verstehen und den Zusammenhang zweifelsfrei zu belegen.

Die Untersuchungen in Ostafrika sind von großer Bedeutung, die über reine Geologie hinausgeht. Sie helfen zu verstehen, wie der Klimawandel fundamentale natürliche Prozesse antreibt. Die Aufdeckung des Zusammenhangs zwischen Klima und Tektonik ist essenziell, um künftige geologische Ereignisse in der Region besser vorhersagen zu können. Angesichts der fortschreitenden Erderwärmung könnten solche Erkenntnisse für die Anpassung der lokalen Bevölkerung an die sich verändernde Umwelt von entscheidender Wichtigkeit sein.


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