Warum Gold nicht zum Rückgrat der ukrainischen Reserven wird: Die Erklärung von Hetmanzew.

Warum Gold nicht zum Rückgrat der ukrainischen Reserven wird: Die Erklärung von Hetmanzew
Warum Gold nicht zum Rückgrat der ukrainischen Reserven wird: Die Erklärung von Hetmanzew

Gold und liquide Mittel: Die Strategie der ukrainischen Nationalbank

Nach Angaben von Мінфін — Крипто/Фінанси: Der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Finanz-, Steuer- und Zollpolitik, Danylo Hetmanzew, betont, dass die Nationalbank der Ukraine (NBU) trotz steigender Goldpreise auf liquide Vermögenswerte setzt. Hintergrund ist der anhaltende Krieg, der einen schnellen Zugriff auf Geldmittel erforderlich macht. Gold, das nur etwa 8,4 Prozent der ukrainischen Reserven ausmacht, kann aufgrund seiner geringen Liquidität nicht zur Priorität für die Staatsfinanzen werden.

In Zeiten externer Schocks, wie etwa der Finanzkrise 2008/2009, ist es für die Ukraine überlebenswichtig, über Devisen auf Konten zu verfügen. In den letzten zwei Jahrzehnten waren die Zentralbanken weltweit per Saldo Verkäufer von Gold – ein Zeichen für den Wandel internationaler Anlagestrategien. Laut Hetmanzew kann Gold jedoch nicht die Geschwindigkeit und Flexibilität bieten, die der Staat unter den aktuellen Bedingungen benötigt.

Die Nachteile von Gold als Reserve

Warum ist Gold für die ukrainischen Reserven nicht erste Wahl? Erstens lässt sich Gold nicht sofort für staatliche Zahlungen oder den Kauf von Verteidigungsgütern einsetzen. Zweitens wirft Gold – anders als US-Staatsanleihen oder Deviseneinlagen – keine Zinserträge ab, was es für Finanzreserven weniger attraktiv macht. Drittens verursacht physisches Gold zusätzliche Kosten für Logistik, Sicherheit und spezielle Lagerbedingungen, was den Einsatz in Kriegszeiten zusätzlich erschwert.

Daher setzt die NBU trotz steigender Goldnotierungen weiterhin auf liquide Mittel. So kann sie schneller auf die Bedürfnisse des Staates reagieren und die Stabilität des Finanzsystems sichern.

Diese Entscheidung spiegelt einen strategischen Ansatz im Reservemanagement während des Krieges wider, bei dem der schnelle Zugang zu Geldmitteln entscheidend ist. Sie zeigt zudem, wie internationale Finanztrends die nationale Wirtschaft beeinflussen: Viele Länder überdenken angesichts globaler Instabilität ihre Anlagestrategien. Für die Ukraine ist es unter Kriegsbedingungen und finanziellen Herausforderungen essenziell, die finanzielle Flexibilität zu wahren, um ihre Verteidigungs- und Sozialausgaben zu decken.


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