Wahlregister in der Ukraine: 1,4 Millionen Bürger ohne registrierte Adresse.
Aktueller Stand des Wählerverzeichnisses
Nach Angaben von TSN.ua: Im ukrainischen Staatlichen Wählerregister sind derzeit 34 Millionen Bürger eingetragen. Allerdings verfügen 1,4 Millionen von ihnen über keine gültige Wahladresse. Diese Zahlen nannte Serhij Dubowyk, der erste stellvertretende Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, in einer Sitzung der Arbeitsgruppe des Obersten Rates, die mit der Vorbereitung von Nachkriegswahlen befasst ist. Die Situation spiegelt die enormen demografischen Verschiebungen seit Beginn des Krieges wider.
Besonders auffällig sind die Daten aus den besetzten Gebieten: Dort sind 42.000 Wähler registriert, die über 100 Jahre alt sein sollen, darunter sogar 1.000 Personen mit einem angegebenen Alter von mehr als 115 Jahren. Zum Vergleich: Bei den letzten Wahlen im Jahr 2019 umfasste das Register noch etwa 39 Millionen Menschen, von denen 5 Millionen als Binnenvertriebene (IDPs) galten.
Herausforderungen für künftige Urnengänge
Dubowyk betonte die dringende Notwendigkeit, Binnenvertriebenen die Möglichkeit zu geben, ihren vorübergehenden Abstimmungsort offiziell zu melden. Die Organisation von Wahlen nach Kriegsende stellt den Staat auch finanziell vor große Aufgaben: Die voraussichtlichen Kosten werden auf rund 10 Milliarden Hrywnja veranschlagt. Die Einsetzung einer speziellen Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzentwurfs soll den demokratischen Prozess in der Ukraine sichern. Die Vorbereitung muss den veränderten Realitäten Rechnung tragen, um die Legitimität der Wahlen zu gewährleisten.
Die hohe Zahl von Bürgern ohne festen Wahlort und die besondere Situation der Vertriebenen erfordern sorgfältige planerische Vorarbeiten der Behörden. Eine transparente Finanzierung und klare Verfahren sind entscheidend, um künftige Wahlen unter diesen erschwerten Bedingungen ordnungsgemäß durchführen zu können.
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