Tankstellen unter Beschuss: Fachmann plädiert für dezentralen Treibstoffverkauf.
Wie Dmitro Ljoschkin den Treibstoffhandel neu denken will
Nach Angaben von Espreso.tv: Als Reaktion auf die anhaltenden russischen Angriffe auf Tankstellen schlägt der Mineralölmarkt-Experte Dmitro Ljoschkin eine Dezentralisierung des Treibstoffverkaufs in der Ukraine vor. Die jüngsten Bombardierungen haben gezeigt, dass insbesondere in gefährdeten Regionen, in denen bereits viele Stationen zerstört wurden, neue Handelsregeln notwendig sind.
Am 25. Juni attackierten russische Truppen Tankstellen in Sumy und Saporischschja und verursachten schwere Schäden. In Saporischschja gerieten am 27. Juni nach einem Treffer ein Gasbehälter und ein Verwaltungsgebäude in Brand. Auch im Gebiet Charkiw wurden zwei Tankstellen in der Gemeinde Solonyzija im Rajon Charkiw getroffen.
Anpassung an neue Bedrohungen ist unerlässlich
Ljoschkin weist darauf hin, dass es bereits heute Gebiete ohne jede Tankstelle gibt:
- Trostjanez
- Nikopol
- Abschnitte der Fernstraße Kiew – Dnipro
- Näher an der Frontlinie gelegene Zonen
Seiner Ansicht nach muss die Politik mit einer Dezentralisierung des Treibstoffhandels reagieren.
„Nur so können wir aus diesem Problem herauskommen“, betont Ljoschkin.
Der Fachmann schlägt vor, über alternative Versorgungswege nachzudenken – etwa die Rückkehr zu Fässern und Kanistern entlang der Straßen.
„Vielleicht kehren wir zu Fässern und Kanistern an den Routen zurück, aber das wäre sicherer als große Tankstellen, deren Koordinaten jeder kennt“, erklärt er.
Ljoschkin macht jedoch klar, dass es keine universelle Lösung gibt, die das Problem der Angriffe auf Tankstellen von heute auf morgen beseitigen könnte. „Eine solche Lösung existiert nicht. Wenn es aber keinen Sinn mehr macht, sie anzugreifen, weil dort keine großen Treibstofflager mehr sind, dann sinkt auch die Effektivität dieser Attacken erheblich“, so der Experte weiter.
Die Dezentralisierung des Treibstoffhandels könnte daher ein wichtiger Schritt sein, um die Lage auf dem ukrainischen Mineralölmarkt zu verbessern – besonders angesichts der wachsenden Bedrohung durch die russischen Streitkräfte.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen spiegeln einen neuen Ansatz zur Treibstoffversorgung wider, der die aktuelle Sicherheitslage in der Ukraine berücksichtigt. Eine solche Dezentralisierung könnte zudem die Versorgungssicherheit in den am stärksten vom Krieg betroffenen Regionen erhöhen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe auf kritische Infrastruktur gewinnen diese Überlegungen zusätzlich an Bedeutung, um das Funktionieren der Wirtschaft und das tägliche Leben der Bevölkerung zu gewährleisten.
Lesen Sie auch
- Nachbarländer stoppen Massenakzeptanz des russischen Rubels: Gebühren und Sperren
- Kraftstoffkosten in der Ukraine: Was kostet eine 100-Kilometer-Fahrt mit Diesel, Gas und Elektroantrieb?
- Tanktourismus nach China: Russen umgehen Benzinmangel an der heimischen Zapfsäule
- Neue Wasserpreise ab Juli: Wie die Behörden die Heizkostenhilfe ohne Antrag anpassen
- 10-Griwna-Münze von 2020 mit Fehlprägung: So erzielen Sie 5000 Griwna beim Verkauf
- Achtung bei Überweisungen: Oschadbank warnt vor nicht erstattbaren Fehlzahlungen

