Boris Johnson fordert nicht-kämpfende Truppen für die Ukraine.
Der Vorstoß des ehemaligen britischen Premiers
Nach Angaben von TSN.ua: In einem bemerkenswerten Interview mit Admiral Tony Radakin hat der frühere britische Premierminister Boris Johnson eine Entsendung nicht-kämpfender Truppen in die Ukraine gefordert. Er ist überzeugt, dass ein solcher Schritt die Kalkulationen des russischen Präsidenten Wladimir Putin verändern könnte. Johnson betonte die Notwendigkeit eines entschlosseneren Vorgehens des Westens als Antwort auf die russische Aggression. Die britische Regierung prüfe zwar die Bildung einer Koalition zur Friedenssicherung, doch militärische Maßnahmen könnten erst nach einem Waffenstillstandsabkommen beginnen, so seine Einschätzung. Johnsons Forderung fällt in eine Phase, in der die westliche Unterstützungsstrategie für die Ukraine intensiv diskutiert wird.
Der Ex-Premier kritisierte rückblickend das westliche Zögern seit 2014 scharf.
„Die allgemeine Unklarheit der westlichen Position hat der Ukraine geschadet. Hätten wir Klarheit und Einfachheit in der Ukraine-Frage gehabt und nicht endloses Lavieren, hätten wir diese Invasion verhindern können“,erklärte Johnson. Er fügte selbstkritisch hinzu:
„Wir haben den Prozess immer unnötig in die Länge gezogen. Am Ende haben wir den Ukrainern doch immer gegeben, worum sie gebeten haben, und das hat ihnen immer genützt und Putin geschadet.“
Johnson unterstrich, dass das Recht, ausländische Kontingente auf das eigene Territorium einzuladen, ausschließlich bei der Ukraine liege und nicht beim russischen Diktator. Seine rhetorische Frage lautete: „Wenn wir einen Plan für den Einsatz von Truppen nach dem Krieg haben, nachdem Putin gnädigerweise einem Waffenstillstand zugestimmt hat, warum dann nicht jetzt?“ Diese Äußerungen spiegeln aus seiner Sicht die folgenschweren Fehler des Westens und den Preis der Zögerlichkeit im Ukraine-Konflikt wider.
Frühwarnungen und internationale Koordination
Bereits im November 2021 reiste CIA-Direktor William Burns nach Moskau, um vor den Konsequenzen einer möglichen Invasion zu warnen. US-amerikanische und britische Geheimdienste hatten zudem die Konzentration russischer Truppen nahe der ukrainischen Grenzen im Jahr 2021 dokumentiert. Diese frühen Alarmzeichen unterstreichen die Bedeutung internationaler Abstimmung und entschlossenen Handelns im Vorfeld von Konflikten.
Der Appell von Boris Johnson für eine aktivierte Militärunterstützung der Ukraine verdeutlicht die angespannte geopolitische Lage. Angesichts vergangener Fehler und Verzögerungen bei Entscheidungsprozessen lösen seine Worte Debatten über künftige Verteidigungsstrategien und Wege zur Abschreckung weiterer russischer Aggression aus. Eine gut koordinierte internationale Unterstützung bleibt dabei ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung des Konflikts.
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