Selenskyj hat einen neuen Friedensplan vorgestellt: Was sich geändert hat und warum der Kreml ablehnt.
Nach Angaben von ТСН: Die Ukraine unternimmt einen neuen Versuch, die Initiative in den Friedensverhandlungen über den Krieg mit Russland zu übernehmen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen neuen Friedensplan präsentiert, der aus 20 Punkten besteht. Dieses Dokument, das in Zusammenarbeit mit amerikanischen Beamten vorbereitet wurde, weist erhebliche Unterschiede zu den Angeboten im Oktober auf, die, so die Ukraine, territoriale Zugeständnisse und einen Verzicht auf die NATO gefördert hätten.
Die neue Strategie erscheint als kluger Kompromiss, der eine Alternative zu den Vorschlägen russischer und amerikanischer Diplomaten darstellen soll.
Der Kern des aktualisierten „Friedensplans“
Das Hauptmerkmal von Selenskyjs Plan sind Sicherheitsgarantien, die eine neue Aggression Russlands verhindern sowie einen klaren Plan für den Wiederaufbau des Landes umfassen.
Die ukrainische Seite hat konkrete Anforderungen zur Deokkupation vorgebracht:
Abzug der russischen Truppen aus den Oblasten Dnipropetrowsk, Mykolajiw, Sumy und Charkiw.
Schaffung einer demilitarisierten Zone in der Oblast Donezk (unter den Bedingungen eines spiegelbildlichen Abzugs der russischen Truppen).
Keine Kompromisse hinsichtlich des Eigentums an der Zaporizhzhia Nuclear Power Plant.
Doch der Kreml lebt weiter in seiner eigenen Welt. Wladimir Putin bestätigte während der jährlichen Pressekonferenz seine Ultimaten: die vollständige Besetzung der Oblasten Donetsk und Luhansk und eine kategorische Ablehnung der NATO-Mitgliedschaft durch die Ukraine. Moskau ist bereit, lediglich einen Teil der besetzten Gebiete, die schwer zu halten sind, „abzugeben“.
Nach Angaben von Quellen wird der neue Plan Kiews von Russland nicht positiv aufgenommen. Der Kreml, inspiriert von bescheidenen Erfolgen an der Front, ist nicht an echtem Frieden interessiert. Russische Analysten haben Selenskyjs Vorschläge bereits als Versuch bezeichnet, die Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen Moskau zuzuschieben.
„Das ist ein völliges Spott. Die Idee ist klar: Es den Amerikanern als ‚Kompromiss‘ zu präsentieren und dann Russland für sein Scheitern zu beschuldigen“, kommentieren pro-kremlische Experten die Situation.
Das Hauptproblem für Russland besteht in der territorialen Frage. Der Plan sieht keine Anerkennung der Besatzung vor, was ihn für Putin inakzeptabel macht, der den Krieg seiner Bevölkerung als 'Sieg' präsentieren möchte.
Die Wirtschaft bröckelt, aber das Todesgeschäft läuft weiter
Experten stellen fest, dass die Situation in Russland trotz vollmundiger Behauptungen schwierig ist. Die Wirtschaft des Aggressors befindet sich im schlechtesten Zustand seit 2022: Die Zinsen haben Rekordhöhen erreicht, und das Land balanciert am Rande einer Rezession. Die Sanktionen, die von der Trump-Administration verhängt wurden, zwingen die RF, Rohstoffe zu Dumpingpreisen zu verkaufen.
Dennoch hat der Kreml weiterhin menschliche Ressourcen für den Krieg aufgebaut. Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der RF, Dmitri Medwedew, gab einen Rekrutierungsplan von 417.000 neuen Vertragssoldaten bis 2025 bekannt, was es Moskau ermöglicht, trotz erheblicher Verluste einen langsamen Vorstoß im Donbass aufrechtzuerhalten. Nach den aktuellen Tempi werden die Besatzer noch etwa 18 Monate benötigen, um die gesamte Oblast Donezk zu erobern.
Warum Putin Verhandlungen will
Experten sind der Meinung, dass die Teilnahme Moskaus an den Verhandlungen eine Fiktion ist. Putin verfolgt zwei taktische Ziele:
Die „Arbeitsbeziehungen“ zu Washington aufrechterhalten und neuen Sanktionen zu entgehen.
Eine Spaltung zwischen der Ukraine und den westlichen Verbündeten provozieren, während er die diplomatische Hängepartie in die Länge zieht.
„Für den Kreml ist die Diskussion über den Friedensplan ein rein taktisches Spiel mit den USA. Putin hat nicht die Absicht, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden und ist nicht bereit, selbst geringfügige Kompromisse einzugehen“, fassen Politologen zusammen.
Selenskyj betonte auch, dass aufgrund der Ergebnisse des Treffens in Miami Dokumentenentwürfe zur Sicherheitsgarantie, Wiederaufbau und grundlegender Rahmen für den Abschluss des Krieges vorbereitet wurden. Laut dem Staatsoberhaupt sind diese Punkte darauf ausgerichtet, echte Kampfhandlungen zu beenden und ein weiteres russisches Eindringen zu verhindern.
Experten zufolge stellt der Friedensplan der Ukraine einen signifikanten Schritt zur Wiederherstellung der Kontrolle über das Territorium und zur Stabilität in der Region dar. Um jedoch positive Ergebnisse zu erzielen, ist die aktive Unterstützung internationaler Partner erforderlich, die Einfluss auf Moskau in der Frage des konstruktiven Dialogs nehmen können.
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