Der älteste bekannte Vorfahre des Menschen: Ein winziger Höcker am Knochen bestätigt den aufrechten Gang.
Nach Angaben von ТСН: Wissenschaftler haben an einem fossilen Primaten, der vor 7 Millionen Jahren lebte, einen kleinen Höcker am Oberschenkelknochen entdeckt. Dies bestätigt, dass Sahelanthropus tchadensis wahrscheinlich aufrecht auf zwei Beinen gehen konnte, was auf seine Verbindung zur menschlichen Linie hinweist.
Forschung und Ergebnisse
Über die neueste Entdeckung berichtete eine Journalistin unter Verweis auf eine Studie von Scott Williams, assoziiertem Professor für Paläoanthropologie. Diese Studie wurde in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht.
Durch die Analyse des Höckers, der als femoraler Höcker bekannt ist, behaupten die Wissenschaftler, dass diese Art von Primaten aufrecht ging, als sie am Boden war. Dieser Höcker, der heute nur bei Vertretern der menschlichen Linie gefunden wird, lässt die Wissenschaftler annehmen, dass S. tchadensis der früheste bekannte Hominide ist.
„Dieser (Höcker) hat uns wirklich überzeugt“, sagte der Forschungsleiter Scott Williams. „Wir haben entschieden, dass dies ein aufrechter Primat ist, und daher gehört er zu den Hominiden.“
Anatomische Merkmale und Besonderheiten
Die Analyse des Oberschenkelknochens S. tchadensis offenbarte auch zwei weitere anatomische Merkmale, die menschlichen ähneln. Erstens hat der Knochen eine innere Wölbung, die es den Knien ermöglicht, näher beieinander zu stehen als die Hüften – wie bei modernen Menschen. Zweitens befindet sich an der seitlichen Seite des Knochens ein ausgeprägter Höcker zur Befestigung des größten Gesäßmuskels, der bei lebenden nicht-menschlichen Primaten fehlt.
Die gebogenen Arme weisen jedoch darauf hin, dass S. tchadensis möglicherweise noch in Bäumen klettern konnte, ähnlich wie moderne Schimpansen und Bonobos. Aber seine Hüften und Knie funktionierten wie bei Hominiden, was auf eine häufige Nutzung des aufrechten Gangs auf dem Boden hinweist.
„Er hat wahrscheinlich viel Zeit auf dem Boden verbracht, um aufrecht gehen zu können“, fügte Williams hinzu.
Kontroversen und neue Entdeckungen
Die Fossilien von S. tchadensis wurden erstmals im Jahr 2002 beschrieben, sind aber bis heute umstritten. Früher glaubten Forscher, dass die Position des Lochs im Schädel auf einen aufrechten Gang hinweist, aber andere Wissenschaftler haben dies in Frage gestellt.
Die letzte Studie verwendete 3D-Scans von Knochen, die es ermöglichten, die Merkmale des Oberschenkelknochens zu klären und ihn mit den Knochen anderer bekannter Primaten zu vergleichen.
„Es ist ein sehr kleiner Höcker, den ich zuerst nicht bemerkte, sondern erst spürte, als ich mit dem Finger über den Knochen fuhr“, erzählte Williams.
Ein Forscher der biologischen Anthropologie betonte, dass die Entdeckung bedeutend ist, da sie neue Fragen über das Aussehen des gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Schimpansen aufwirft. Wenn S. tchadensis tatsächlich ein Homininoid ist, deutet dies darauf hin, dass dieser Vorfahre eher einem Schimpansen ähnelte als einem Menschen.
„Jetzt ist unsere zentrale wissenschaftliche Frage: Kann man aufrecht gehen und kein Hominid sein?“ fasste DeSilva zusammen.
Derzeit sei erwähnt, dass Wissenschaftler der Universität Cambridge kürzlich neue Daten entdeckt haben, die darauf hinweisen, dass moderne Menschen nicht von einer, sondern von mindestens zwei Vorfahren-Populationen abstammen, was die grundlegenden Vorstellungen über die Evolution der Menschheit weiter komplizieren könnte.
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