Levus zu Selenskyjs Davos-Auftritt: Angemessen und ohne US-Loyalität.

Levus zu Selenskyjs Davos-Auftritt: Angemessen und ohne US-Loyalität
Levus zu Selenskyjs Davos-Auftritt: Angemessen und ohne US-Loyalität

Politologe analysiert Rede des ukrainischen Präsidenten beim Weltwirtschaftsforum

Nach Angaben von UATV: Der Politologe Dmytro Levus hat den Auftritt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos am 23. Januar 2023 bewertet. Der Experte des Zentrums 'Vereinigte Ukraine' bezeichnete die Rede als angemessen und stellte fest, dass sie keine Loyalität gegenüber den USA erkennen ließ.

Levus betonte, Selenskyjs Rede sei trotz einiger kritischer Stimmen 'sehr gut' gewesen. Er wies darauf hin, dass der Ton zwar von manchen Kommentatoren als zu hart gegenüber den europäischen Partnern empfunden worden sei, tatsächlich aber der Situation angemessen gewesen sei.

„Ich denke, der Auftritt war in Wirklichkeit sehr gut. Wer auch immer ihn kritisiert haben mag – und solche Stimmen gab es, nach dem Motto: Die Europäer sind unsere Partner, und hier war es sehr hart – in Wirklichkeit war er nicht hart, sondern angemessen.“

— Dmytro Levus

Der Politologe hob zudem hervor, dass Selenskyjs Rede nicht loyal gegenüber den Vereinigten Staaten gewesen sei. Bereits in den ersten fünf Minuten habe der ukrainische Präsident klargestellt, dass Europäer sich nicht der Illusion hingeben sollten, die USA würden in ihrer Politik gegenüber Grönland 'nachlassen'.

„Übrigens war der Auftritt nicht loyal gegenüber den USA. Gleich zu Beginn, etwa in den ersten fünf Minuten, hieß es, wenn jemand in Europa denkt, die Vereinigten Staaten würden jetzt gegenüber Grönland nachlassen, dann sei das sehr verfehlt – vielleicht lassen sie auch nicht nach.“

— Dmytro Levus

Levus beleuchtete auch die US-Interessen im Kontext des Ukraine-Krieges. Er unterstrich, dass Washington nicht nur zur Unterstützung der Ukraine handle, sondern auch zum Schutz eigener Interessen, die sich oft nicht mit europäischen deckten.

  • „Wenn über Trump und die USA gesprochen wird, die russische Tanker aufhalten könnten, ist sich Ukraine bewusst, dass dies nicht nur geschieht, um den Krieg in der Ukraine zu beenden und der Ukraine zu helfen, sondern auch, weil die Vereinigten Staaten eigene Interessen haben, die oft nicht mit den europäischen übereinstimmen.“

Damit hat Wolodymyr Selenskyjs Rede in Davos mit ihrer als angemessen bewerteten Haltung und der erkennbaren Distanz zu den USA für erhebliche Diskussionen gesorgt, die der Politologe Dmytro Levus analysierte. Solche Auftritte sind für die Ukraine in der aktuellen Kriegssituation von hoher strategischer Bedeutung.

Die Bedeutung der Präsidentenrede

Selenskyjs Auftritt beim WEF in Davos unterstreicht, wie wichtig die strategische Wahrnehmung der Ukraine auf der internationalen Bühne ist, insbesondere im Verhältnis zu ihren westlichen Partnern. Die festgestellte Kritik kann auf eine wachsende Sensibilität für diplomatische Töne hindeuten und auf das Bestreben der Ukraine, ihre Interessen global zu vertreten – eine hochaktuelle Aufgabe angesichts des andauernden Krieges mit Russland.

Die Lage um die ukrainische Krise bleibt im Zentrum der internationalen Debatte, und die Positionierungen der Ukraine können die weiteren Handlungen westlicher Staaten maßgeblich beeinflussen.


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