Ukraine: Stromlücke von über 35 Prozent zwingt zu drastischen Sparmaßnahmen.
Energiekrise in der Ukraine: Wie die Stromversorgung gesichert werden soll
Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Energieinfrastruktur steht nach den jüngsten russischen Angriffen und bei strengem Frost unter extremem Druck. Die Reparaturen laufen, doch das Stromdefizit im Land liegt bei mehr als 35 Prozent. Am 15. Januar lag der Verbrauch bei 18 Gigawatt, während das System nur 11 Gigawatt bereitstellen kann. Diese dramatische Lücke macht drastische Sparmaßnahmen notwendig, darunter das Abschalten von Außenwerbung. Die Situation verdeutlicht, wie sehr der Krieg die Grundversorgung des Landes belastet.
Kein einziges Kraftwerk in der Ukraine blieb von den Attacken verschont, was die Versorgungslage massiv verschärft. Als Reaktion auf die Krise hat das Kabinett der Ukraine einen strikten Stromsparmodus eingeführt, der am 16. Januar in Kiew startete.
Welche Sparmaßnahmen werden umgesetzt?
Um den Verbrauch zu senken, sind folgende Schritte geplant:
- Abschaltung der Fassadenbeleuchtung;
- Abschaltung von Werbebeleuchtung;
- Abschaltung leuchtender Außenschilder und Leuchtreklamen.
Ministerpräsident Denys Schmyhal wandte sich zudem mit einem 'dringenden Appell' an die Wirtschaft, Außenwerbung abzuschalten. Darüber hinaus werden in Kiew die Schulkinder vom 19. Januar bis zum 1. Februar in die Ferien geschickt.
Besonders angespannt ist die Lage in Kiew, der Region Odessa und in frontnahen Gemeinden. Im Rahmen neuer Initiativen könnte die Regierung Wohnhäuser mit Elektroheizung als kritische Infrastruktur einstufen, um deren Versorgung zu priorisieren.
Das enorme Stromdefizit zeigt die schweren Herausforderungen, vor denen die Ukraine im Krieg und bei extremen Wetterbedingungen steht. Die Regierungsmaßnahmen zielen darauf ab, das Netz zu entlasten. Ihr Erfolg hängt jedoch maßgeblich von der Geschwindigkeit der Reparaturen und einer stabilisierten Energiezufuhr ab. Eine verlässliche Stromversorgung ist im Winter überlebenswichtig, besonders für soziale Einrichtungen und die Zivilbevölkerung, die besonderen Schutz benötigt.
Lesen Sie auch
- 920 Millionen Euro von der EU für den Winter: Schmyhal beziffert weiteren Finanzbedarf der Ukraine
- Ukrainische Abgeordnete erhalten eine Gehaltserhöhung von 8.000 bis 9.000 Hryvnias: Das verdienen sie jetzt
- Gehälter im Mai: Ukrainischer Premier Schmyhal verdient knapp 129.000 Griwna
- Vier Stufen der Energieunabhängigkeit: Das neue Programm der Ukraine im Überblick
- Neue Gasroute durch die Ukraine: Ankara und Kiew loten gemeinsame Pläne aus
- Spezialbesprechung bei Selenskyj: Neue Weichen für Luftabwehr, Gefangenenaustausch und Energie

