Khersoner Stadträtin bezweifelt offizielle Opferzahlen nach Zerstörung des Kachowka-Staudamms.
Oksana Pohomii äußert sich zu den Folgen der Dammsprengung
Nach Angaben von Espreso.tv: Die Abgeordnete des Stadtrats von Cherson, Oksana Pohomii, hat die offiziellen Angaben zu den Todesopfern nach der Sprengung des Kachowka-Staudamms infrage gestellt. Ihrer Einschätzung nach liegen die tatsächlichen Opferzahlen deutlich höher. Sie verweist auf Hinweise, dass bei der Zerstörung des Damms sehr viele Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Besonders besorgt zeigt sich Pohomii über die Lage in den besetzten Gebieten der Region Cherson: Dort schüfen die russischen Besatzer nach ihren Worten gezielt Bedingungen für den Ausbruch von Milzbrand.
Die Stadträtin wirft den Besatzern vor, Verbrechen vertuschen zu wollen, indem sie mit Milzbrand infizierte Rinder als Vorwand nutzen. Falls bekannt werde, dass in diesen Gebieten mit Milzbrand verseuchte Kühe vergraben seien, werde niemand mehr die tatsächlichen Vorgänge überprüfen, so ihre Vermutung. Früher hätten die Besatzer noch Krematorien eingesetzt, um Spuren zu beseitigen – doch inzwischen seien diese nachweislich verschwunden. Dies untermauert die Vermutung, dass die Täter versuchen, Beweise für ihre Handlungen zu verschleiern.
Humanitäre Herausforderungen in der Region
Pohomiis Aussagen lassen die humanitäre Lage in der Region in einem noch kritischeren Licht erscheinen. Die Städte Hola Prystan, Oleschky und Sburjiwka, die entlang des Dnipro liegen, sind möglicherweise besonders gefährdet – sowohl durch die Handlungen der Besatzer als auch durch die Verbreitung gefährlicher Krankheiten.
Die Äußerungen der Stadträtin verdeutlichen die massiven Schwierigkeiten, mit denen die Bewohner der Region Cherson während des Krieges und der Besatzung konfrontiert sind. Die Zerstörung des Kachowka-Staudamms hat eine Kaskade neuer Probleme ausgelöst, die die ohnehin prekäre humanitäre Situation weiter verschärfen könnten. Es ist dringend erforderlich, dass die internationale Gemeinschaft diese Missstände zur Kenntnis nimmt und Maßnahmen ergreift, um die Bevölkerung vor den Folgen der Aggression und vor Seuchenausbrüchen zu schützen.
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