Bedingungen für mehr Budgeteinnahmen: Was die Ukraine bei der Bekämpfung der Schattenwirtschaft beachten muss.

Bedingungen für mehr Budgeteinnahmen: Was die Ukraine bei der Bekämpfung der Schattenwirtschaft beachten muss
Bedingungen für mehr Budgeteinnahmen: Was die Ukraine bei der Bekämpfung der Schattenwirtschaft beachten muss

Schattenwirtschaft in der Ukraine: Ein Milliardenproblem für den Staatshaushalt

Nach Angaben von Novyny.live: Die ukrainische Wirtschaft leidet weiterhin unter einem hohen Anteil an Schattenaktivitäten. Jedes Jahr entgehen dem Staat dadurch enorme Einnahmen. Die Regierung versucht, die Finanzaufsicht zu verschärfen und gleichzeitig Anreize für Unternehmen zu schaffen, legal zu wirtschaften. Jaroslaw Schelesnjak, stellvertretender Vorsitzender des Finanz- und Steuerausschusses der Werchowna Rada, betont, dass klare und stabile Rahmenbedingungen der Schlüssel zur Eindämmung der Schattenwirtschaft sind.

Laut Schelesnjak verlagert sich der Geschäftsbetrieb zunehmend in die Legalität. Er stellt fest:

„Immer mehr Unternehmen arbeiten heute offiziell und melden ihre Einnahmen korrekt.“
Gleichzeitig sieht er einen technologischen Wandel:
„Die Möglichkeiten, Löhne in bar und ohne Abgaben zu zahlen, schwinden zusehends.“
Diese Entwicklung zeige, dass Firmen gesetzestreuer werden und illegale Praktiken vermeiden.

Probleme im Staatssektor und das Thema Arbeitsmigranten

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Entwicklung der Arbeitsmigration. Nach vorliegenden Erkenntnissen ist die Zahl der ukrainischen Arbeitsmigranten im Ausland seit Kriegsbeginn gesunken. Dies hat direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität und die Sozialkassen.

Kritisch äußert sich Schelesnjak auch über ineffiziente Staatsbetriebe. Er nennt ein konkretes Beispiel:

„Die staatliche Getreide- und Lebensmittelgesellschaft hat noch nie Gewinne erwirtschaftet. Seit ihrer Gründung fährt sie nur Verluste ein.“
Er stellt die Existenzberechtigung solcher Firmen infrage, die seiner Meinung nach
„nichts anderes als eine Futterkrippe für korrupte Beamte sind“
.

Ein weiterer Punkt sind die Vermögenswerte, die unter Sanktionen stehen. Schelesnjak erklärt:

„Wir haben zahlreiche Unternehmen verstaatlicht oder unter Sanktionen gestellt, die zuvor russischen Bürgern gehörten.“
Er plädiert für einen Verkauf dieser Firmen, um dringend benötigte Mittel in den Staatshaushalt zu spülen. Dies könnte die finanzielle Lage des Landes deutlich verbessern.

Für den Experten stehen drei Bereiche im Fokus: verlässliche Regeln für die Wirtschaft, eine grundlegende Reform des Staatssektors und die Verwertung sanktionierter Vermögen. Nur so könne die ukrainische Wirtschaft nachhaltig gestärkt werden.

Die Bekämpfung der Schattenwirtschaft und die Sanierung des öffentlichen Sektors sind zentrale Herausforderungen für den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg. Wenn Unternehmen dauerhaft auf transparente Geschäftsmodelle setzen, sinkt nicht nur das Korruptionsrisiko, sondern der Staat erhält auch stabilere Steuereinnahmen. Gleichzeitig zeigen die anhaltenden Defizite in Staatsbetrieben und die ungeklärte Zukunft sanktionierter Vermögen, wie dringend strukturelle Reformen sind. Diese könnten die Wirtschaftskraft der Ukraine trotz Krieg und Instabilität erheblich steigern.


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