Lebendiger Soldat durch DNA-Test für tot erklärt: Innenministerium weist Vorwürfe zurück.
Der Fall um Nazar Daletskyi
Nach Angaben von Novyny.live: Das ukrainische Innenministerium hat Fehler im Fall des Soldaten Nazar Daletskyi bestritten. Ein DNA-Abgleich hatte ursprünglich seinen Tod bestätigt – doch der Mann lebt. Daletskyi galt seit einem Kampfeinsatz im Mai 2022 als vermisst und kehrte im Februar 2023 aus russischer Gefangenschaft zurück. Der Fall sorgte für Aufsehen, als Überreste gefunden wurden, die zunächst ihm zugeordnet wurden.
Die DNA der Mutter von Nazar Daletskyi stimmte zu 99,9 Prozent mit den in der Region Charkiw geborgenen Überresten überein. Diese waren nach der ukrainischen Gegenoffensive in der Region Charkiw entdeckt worden – was zahlreiche Fragen zur Identifizierung von Gefallenen aufwarf. Parallel dazu untersuchten die Ermittler die Erschießung ziviler Fahrzeuge am 30. September 2022, die möglicherweise mit den Ereignissen zusammenhängt, an denen Daletskyi beteiligt war.
Ermittlungen und Identifikation
Im Januar 2023 ergab eine biologische Probe aus den Ermittlungen eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Verwandtschaft mit dem DNA-Profil von Daletskyis Mutter. Dennoch erklärten Vertreter des Innenministeriums, dass
„es keine Fehler gegeben habe“, gestützt auf die Schlussfolgerungen des Staatlichen wissenschaftlichen Forschungszentrums für forensische Expertise des Innenministeriums der Ukraine. Diese Einschätzung wurde vom Experten Leonid Tymtschenko bestätigt, der betonte:
„Die DNA der Mutter des Soldaten stimmte zu 99,9 Prozent mit den Überresten überein.“
Der Fall Nazar Daletskyi bleibt somit komplex – geprägt von den Herausforderungen der Identifizierung Gefallener und der Rückkehr von Kriegsgefangenen. Er verdeutlicht, wie schwierig es unter Kriegsbedingungen ist, Tote zweifelsfrei zu identifizieren, wenn humanitäre und justizielle Fragen ineinandergreifen.
Das Dementi des Innenministeriums könnte als Versuch gewertet werden, Transparenz und Wahrheit im Ermittlungsprozess zu wahren – besonders im Kontext der Rückkehr von Soldaten aus der Gefangenschaft. Für die Angehörigen von Gefallenen und vermissten Soldaten sind solche Verfahren von enormer Bedeutung, da sie oft mit tiefer Verunsicherung und Trauer verbunden sind.
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