Ex-Direktor der Stadtverwaltung Kiew wegen vorgetäuschter Behinderung vor Gericht – über 300.000 unterschlagen.
Betrug mit Rentenzahlungen in der Kiewer Stadtverwaltung
Nach Angaben von Novyny.live: Ein ehemaliger Direktor der Sozialpolitikabteilung der Kiewer Stadtverwaltung (KMDA) muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Der Vorwurf: Er soll sich durch gefälschte Diagnosen eine Behinderung erschlichen haben, um unrechtmäßig staatliche Gelder zu kassieren. Insgesamt flossen so mehr als 300.000 Griwna aus dem Stadtsäckel an ihn – eine Summe, die nun zurückgefordert wird. Die Staatsanwaltschaft Kiew hat die Anklage bereits eingereicht.
Täuschung und ihre Folgen
Die betrügerischen Handlungen des Beamten begannen im September 2022. Damals wandte er sich an die regionale medizinisch-soziale Expertenkommission (MSEK) und legte Dokumente vor, die ihm einen Behinderungsgrad der Stufe 2 für zwei Jahre bescheinigten. Auf dieser Basis wurden ihm knapp 305.000 Griwna an Rentenzahlungen bewilligt – zu Unrecht, wie sich später herausstellte. Der Schwindel flog im Februar 2025 auf. Seither fordert die Pensionskasse der Ukraine die Rückzahlung der unrechtmäßig überwiesenen Summe.
Dem Ex-Direktor drohen nun strafrechtliche Konsequenzen wegen Betrugs und Urkundenfälschung. Im Falle einer Verurteilung muss er mit einer Freiheitsstrafe von drei bis fünf Jahren rechnen. Der Fall liegt bereits beim Gericht, das über die Schuld des Angeklagten entscheiden wird.
Dieser Fall offenbart gravierende Schwachstellen im ukrainischen Sozial- und Rentensystem, die eine Reform dringend erforderlich machen.
Die Angelegenheit zeigt, wie wichtig strengere Kontrollmechanismen bei der Prüfung von Behinderungsnachweisen sind – gerade in Zeiten knapper öffentlicher Mittel. Die Aufarbeitung solcher Betrugsfälle könnte den Weg für grundlegende Reformen in der Sozial- und Rentenpolitik ebnen.
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