Ungarn gibt grünes Licht für sechstes Verhandlungskapitel mit der Ukraine – Estland fordert mehr Druck auf Moskau.
Estlands Premier drängt auf härtere Gangart gegenüber Russland
Nach Angaben von Espreso.tv: Bei einer Sicherheitskonferenz in Berlin hat Estlands Regierungschef Kristen Michal gemeinsam mit Bundeskanzler Friedrich Merz sowie den Führungsspitzen Lettlands und Litauens eine entschlossene Haltung gegenüber Russland gefordert. Michal betonte, dass Moskau heute schwächer dastehe als seit Jahren – ein Erfolg der koordinierten europäischen Politik. Die aktuellen massiven Angriffe auf die Zivilbevölkerung zeigten, dass Russlands Kriegsziele unverändert seien: „Es will immer noch die gesamte Ukraine unterwerfen und Europa spalten.“
„Unsere Strategie zeigt Wirkung. Also lasst uns weiter Druck auf Russland ausüben – nicht auf die Ukraine.“ – Kristen Michal
Michal erinnerte daran, dass Tallinn 0,25 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für militärische Hilfen an die Ukraine bereitstellt – im Vorjahr lag dieser Anteil sogar bei 0,35 Prozent. Diese Zahlen unterstreichen Estlands Engagement für Kiew.
Fortschritte bei den EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine
Ein weiterer wichtiger Schritt: Budapest hat der Eröffnung des sechsten Verhandlungskapitels zwischen der Ukraine und der Europäischen Union zugestimmt. Schon am 15. Juni 2023 hatte die schwedische Außenministerin Maria Malmer Stenergard darauf gedrungen, sämtliche sechs Kapitel zu öffnen. Damals einigten sich alle EU-Staaten jedoch zunächst nur auf das erste Kapitel für die Ukraine und Moldau.
Michal machte deutlich, dass ein dauerhafter Frieden nur mit einer klaren EU-Perspektive möglich sei. Präsident Wolodymyr Selenskyj schloss sich dieser Forderung an: „Wir sind bereit für die Öffnung aller Kapitel. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das weiß jeder in Europa. Also lasst uns ohne Verzögerung vorankommen.“
Die jüngsten Äußerungen der europäischen Führungskräfte untermauern den gemeinsamen Kurs, die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland weiter zu unterstützen. Die Einigung auf das sechste Verhandlungskapitel könnte den Weg Kiews in die EU beschleunigen und seine internationale Position stärken.
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