Kollaps des ozeanischen Strömungssystems AMOC: Europa drohen Jahrhunderte trockener Sommer.
Nach Angaben von ТСН: Europa könnte mit ernsthaften klimatischen Veränderungen konfrontiert werden, wenn der wichtige ozeanische Strom, der derzeit angenehme Bedingungen auf dem Kontinent schafft, zum Stillstand kommt. Forschungen zeigen, dass im Falle eines Kollapses der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC) heiße und trockene Sommer in Europa Hunderte von Jahren dauern könnten.
Wissenschaftler der Universität Utrecht führten die erste umfassende Studie über die Auswirkungen verschiedener Klimaszenarien auf den sommerlichen Niederschlag in Europa im Kontext des Verschwindens von AMOC durch. Dieser Strom transportiert warme Gewässer von Süden nach Norden, was dem Kontinent ein milderes Klima und intensive sommerliche Niederschläge beschert.
Forschung und Modellierung
Das Team von Wissenschaftlern führte acht Simulationen durch, von denen jede einen Zeitraum von über tausend Jahren abdeckte. Einige Modelle berücksichtigten vorindustrielle Emissionsniveaus von Treibhausgasen, andere realistische Szenarien wie RCP4.5, das eine Stabilisierung der Emissionen in der Mitte des Jahrhunderts vorhersagt, und RCP8.5, wo die Emissionen durch ein erhebliches Wachstum gekennzeichnet sind. In mehreren Szenarien könnten große Mengen Süßwasser, die in den Atlantik gelangen, das Ergebnis des Schmelzens von Gletschern sein, was wiederum die Salinität des Wassers und die Dichte der ozeanischen Massen beeinflussen und AMOC gefährden könnte.
Ergebnisse der Forschung
Die Ergebnisse zeigten, dass selbst bei Stabilisierung der Emissionen (RCP4.5) die Dauer der trockenen Jahreszeiten in Europa um 8% zunimmt, wenn AMOC stabil bleibt, und um 28% im Falle eines Kollapses. Bestimmten Regionen droht besonders eine Verstärkung der Trockenheit. Beispielsweise nimmt in Schweden die Dauer der trockenen Perioden um 54% zu, wenn der Strom funktioniert, und um 72% — ohne ihn. In Spanien liegen diese Werte bei 40% und 60% entsprechend, was die bereits bestehende Wasserkrise verschärfen könnte.
Obwohl die Studie sehr detailliert ist, glauben einige Experten, dass die Bedingungen für den Kollaps von AMOC unrealistisch hohe Mengen an Süßwasser erfordern. Dennoch betonte der Klimatologe John Robson, dass die Schlussfolgerungen dieser Studie als Warnung vor den möglichen Folgen extremer Szenarien betrachtet werden sollten.
Andere Wissenschaftler, darunter Stefan Rahmstorf, warnen vor dem realen Risiko einer Abschwächung von AMOC. Sie warnen, dass die Folgen eines Stopps dieses Strömungssystems mindestens tausend Jahre lang spürbar sein werden und das Ergebnis von Entscheidungen sind, die bereits heute getroffen werden.
Die Studie unterstreicht, dass die globale Erwärmung bereits zu trockeneren Sommern in Europa führt, und die Störung von AMOC diese Tendenz nur verstärken wird, indem sie klimatische Bedingungen schafft, mit denen der Kontinent Generationen lang umgehen muss.
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