Zusatzkosten für Stromgeneratoren: Ein gefährlicher Weg für Kleinunternehmer.
Energiekrise stellt Unternehmer vor neue Herausforderungen
Nach Angaben von Novyny.live: Die anhaltenden Stromausfälle in der Ukraine zwingen viele Kleinunternehmer zu drastischen Maßnahmen. Immer mehr von ihnen schlagen die Kosten für den Betrieb eigener Generatoren nun direkt auf ihre Rechnungen auf. Für Betriebe, die nach dem vereinfachten Steuersystem („Jedynyj Podatok“) arbeiten, birgt diese Praxis jedoch erhebliche Risiken. Sie könnten wegen nicht registrierter Tätigkeiten oder der Nutzung unzulässiger Wirtschaftszweig-Codes (KVED) mit Sanktionen rechnen.
Artikel 15 des Gesetzes 'Über den Schutz der Verbraucherrechte' räumt Unternehmern zwar grundsätzlich das Recht ein, Zusatzgebühren zu erheben – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Entscheidend ist: Wer den vereinfachten Steuersatz nutzt, darf keinesfalls Elektrizität verkaufen. Genau dieser Eindruck könnte jedoch entstehen, wenn die Generator-Kosten separat ausgewiesen werden. Die Folge könnten hohe Geldstrafen und eine zwangsweise Umstellung auf das allgemeine Besteuerungssystem sein, was die Bürokratie und Abgabenlast deutlich erhöht.
Die richtigen Wirtschaftszweig-Codes (KVED) sind entscheidend
Für Privatunternehmer (FOP) kommen im Zusammenhang mit Generatoren nur bestimmte KVED-Codes in Frage, darunter:
- 35.11 (Erzeugung von Elektrizität)
- 77.39 (Vermietung von sonstigen Maschinen, Geräten und Gütern)
Die Wahl des falschen Codes kann bereits rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Zudem steht ab dem Jahr 2026 eine Reform an: Der Einheitssteuersatz für FOP der Gruppen 1 und 2 wird dann an den Mindestlohn und das Existenzminimum gekoppelt. Diese Änderung könnte die finanzielle Lage für viele Betriebe zusätzlich verschärfen, die bereits unter den gestiegenen Energiekosten leiden.
Vor diesem Hintergrund ist äußerste Vorsicht geboten. Die separate Ausweisung von Generator-Kosten auf Rechnungen kann rechtliche Folgen haben, die die gesamte Geschäftstätigkeit gefährden. In der aktuellen Phase instabiler Energieversorgung ist die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben der beste Schutz vor Strafen und einer unfreiwilligen Steuerumstellung.
Die Energiekrise zwingt Unternehmen zu kreativen Lösungen, um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch nicht jeder Ausweg ist auch rechtlich sicher. Besonders für Kleinunternehmer, die von vereinfachten Steuerregelungen profitieren, können solche Zusatzkosten zu einer bürokratischen Falle werden. Eine genaue Prüfung der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen ist in dieser Situation überlebenswichtig.
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